Antriebstechnik

ATB: Mitarbeiter fürchten Ausverkauf und Ende der Produktion in Spielberg

Nach der Pleite des Antriebstechnikers ATB hat sich eine Mehrheit der Gläubiger auf ein Angebot geeinigt. Während dessen geht in der Belegschaft die Angst vor einem Ausverkauf des Maschinenparks um - und dem Ende der Produktion in Spielberg.

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Im Fall der insolventen ATB GmbH in Spielberg kommt nun Bewegung in die Konkursmasse: Bei der Gläubigerausschusssitzung am Montag haben sich die Teilnehmer mehrheitlich auf ein Angebot der ATB AG geeinigt. Es soll das Beste sein. Insolvenzverwalter Gernot Prattes hat es dem Konkursgericht vorgelegt. Dieses entscheidet nun schriftlich.

Fest in chinesischer Hand

Über den Inhalt des Angebots wollte Prattes vorerst nichts sagen, denn noch sei unklar, ob das Konkursgericht den Vorschlag der Gläubiger folgt. Zum Verkauf steht jedenfalls das Anlage- und Umlaufvermögen und damit der Maschinenpark. In jedem Fall will der zuständige Richter das Angebot genau prüfen, denn er hätte auch sofort mündlich entscheiden können. Er will die Zahlen vorher im Detail sichten, meinte Prattes zur APA.

"Wenn die Maschinen verkauft werden, ist die Basis des Werks weg"

Die ATB AG mit Sitz in Wien ist im Alleineigentum der Wolong Investment GmbH und gehört damit selbst zur Wolong-Gruppe. Die Belegschaft will einen Verkauf der Maschinen verhindern. "Denn wenn die Maschinen an Wolong verkauft werden, ist die Basis des Werkes weg, und das bedeutet das Aus für ATB Spielberg", sagte Betriebsratschef Michael Leitner. Befürchtet wird, dass die Maschinen für eine andere Firma der Wolong-Gruppe verwendet werden, aus Spielberg verschwinden und damit eine Produktion nicht mehr möglich ist.

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Ende Juli wurden zunächst 360 Mitarbeiter des steirischen Antriebsherstellers beim AMS zur Kündigung angemeldet. Wenige Tage später reichte das Unternehmen dann auch noch Insolvenz ein. Ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung wurde beantragt. Laut Unternehmen war die Produktion in Spielberg bereits seit Jahren nicht mehr wirtschaftlich, nur aufgrund von Zuschüssen durch den Eigentümer hätten signifikante Verluste laufend ausgeglichen werden können. Mit der Coronakrise sei dies jedoch nicht länger darstellbar. (apa/red)

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