Leiterplatten

AT&S wächst trotz Coronakrise kräftig

Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S ist gut durch die Coronakrise gekommen und erwartet fürs heurige Gesamtjahr ein deutliches Umsatzplus. Derzeit baut AT&S seine Standorte sowohl in Leoben als auch in China aus.

Der börsennotierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S ist gut durch die Coronakrise gekommen und wächst weiterhin kräftig. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2020/21 sind Umsatz und operatives Ergebnis um je ein Zehntel gestiegen. Für das Gesamtjahr erwartet AT&S ein Umsatzplus von rund 15 Prozent. Das Unternehmen profitiert von der zunehmenden Digitalisierung, der guten Nachfrage nach mobilen Endgeräten, und auch die Autobereich springt leicht an.

Das gesamte Kalenderjahr 2020 sei von Corona geprägt, im zweiten Quartal habe sich das Blatt gewendet und AT&S einen starken Umsatzanstieg und eine entsprechende Ergebnisverbesserung erzielt, sagte Unternehmenschef Andreas Gerstenmayer zur APA. Der Umsatz soll bis 2025 auf 2 Mrd. Euro steigen, die Zahl der Mitarbeiter weltweit auf rund 13.500 steigen, sagte Konzern-Chef Andreas Gerstenmayer bei der Online-Halbjahrespressekonferenz.

Werk in Leoben produziert weiter - Kurzarbeit in Fehring verlängert

Im laufenden Geschäftsjahr will der Hersteller bis zu 520 Mio. Euro investieren, davon rund 80 Mio. Euro für Instandhaltung und Technologie-Upgrades.

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Die Mitarbeiterzahl wächst: Der Mitarbeiterstand lag im Halbjahr bei 10.855, nach 10.126. In Österreich laufe das Werk Leoben einigermaßen weiter, hier sind auch weitere Investitionen von insgesamt 120 Mio. Euro bis 2023 geplant. Kurzarbeit hat AT&S in Werk Leoben-Hinterberg nicht beantragt. Im oststeirischen Werk Fehring wurde mit 1. Juli Kurzarbeit eingeführt, Gerstenmayer geht davon aus, dass die Kurzarbeit in Fehring verlängert wird.

In Österreich sollen zusätzlich 200 Jobs geschaffen werden. Im obersteirischen Standort Leoben-Hinterberg sollen in den kommenden Jahren bis zu 120 Mio. Euro investiert werden.

Aus China kam das Coronavirus - und jetzt die schnellste Erholung

Voll im Plan sei dagegen der Ausbau des Werks in Chongqing. In China sei die Produktion in der Coronakrise sehr rasch wieder aufgenommen worden, die Situation habe sich kontinuierlich verbessert. Aktuell seien die Werksauslastungen in Asien besser als früher, so liefen in China Chongqing und Shanghai sehr gut und Korea und Indien besser.

200 Jobs in Leoben - Milliardeninvestition in China

In China wird Chongqing ausgebaut. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2020/21 ist dort die Produktionsanlauf der erweiterten Kapazitäten in Chongqing I angelaufen, der die wachsende Nachfrage nach ABF-Substraten bedient. An diesem Standort baut der Konzern derzeit auch das dritte Werk - investiert wird in die Produktion von IC-Substraten hier insgesamt 1 Mrd. Euro. Das gesamte Investitionsprogramm für das laufende Geschäftsjahr bleibt trotz Corona unverändert bei bis zu über einer halben Milliarde Euro.

In Europa ist Gerstenmayer trotz zu erwarteter Wachstumsdämpfer, wenn bei den Corona-Maßnahmen auf dem aktuellen Niveau bleiben, für die Branche zuversichtlich.

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Beschleunigte Digitalisierung hilft AT&S

Treiber seien vor allem IC-Substrate und in den Markt kommende Endgeräte für den mobilen Bereich. Die Coronakrise beschleunige die Digitalisierung, so Gerstenmayer. Das hilft auch AT&S. Das weltweite Datenvolumen werde von 40 Zettabyte bis 2025 auf 175 Zettabyte wachsen. Im Bereich ABF-Substrate will der Hersteller vom derzeit fünften Rang auf die dritte Position am Markt aufsteigen. Ausgebaut wird in China und auch in Österreich. Auch der Bereich Automotive komme langsam zurück. Ein leichtes Wachstums erwartet er auch im Medizintechnik-Bereich.

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Gewinn gesunken - Prognose bestätigt

Das hat im ersten Halbjahr zu einer deutlichen Verbesserung im operativen Ergebnis geführt. Das EBITDA stieg im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 111 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) um fast 12 Prozent auf rund 33 Mio. Euro und der Umsatz um 9,7 Prozent auf rund 538 Mio. Euro, wie AT&S bekanntgab. Der Konzerngewinn brach um ein Viertel auf 14,7 Mio. Euro ein. Grund dafür waren vor allem Währungseffekte, die sich negativ auf das Finanzergebnis auswirkten, das sich laut Halbjahresbericht um 15,8 Mio. auf minus 13 Mio. Euro verschlechterte.

Für das Gesamtjahr sieht der AT&S-Chef - wenn nichts ganz Gravierendes mehr passiert - sehr gute Chancen, den Ausblick zu erreichen. Das Unternehmen erwartet ein Umsatzplus von rund 15 Prozent bei einer EBITDA-Marge von 20 bis 22 Prozent. Im ersten Halbjahr lag die EBITDA-Marge bei 20,7 Prozent. (apa/red)