Stahlindustrie

Arcelormittal hat gute Nachrichten für die Stahlindustrie

Beim weltgrößten Stahlhersteller steigt der Gewinn stark an - und die Nachfrage nach Stahl werde auch im kommenden Jahr weiter steigen, meint Konzernchef Lakshmi Mittal. Aktuelle Zahlen bei Mitbewerbern wie der Voestalpine bestätigen das.

Weltmarktführer ArcelorMittal ist nach Zuwächsen im dritten Quartal auch im nächsten Jahr ein Anziehen der weltweiten Stahlnachfrage. Die Rahmenbedingungen verbesserten sich auch mit Blick auf 2018 weiter, sagte der aus Indien stammende Konzernchef Lakshmi Mittal.

Sein Unternehmen habe im dritten Quartal in alle Regionen außer Europa mehr Stahl geliefert. Aber selbst in Europa sei der Rückgang niedriger als saisonal üblich gewesen.

Konzern macht einen Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar

Im dritten Quartal hat ArcelorMittal von der steigenden Nachfrage sowie höheren Preisen profitiert. Der Umsatz erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 14,5 Mrd. auf 17,6 Mrd. US-Dollar (15,1 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 1,92 Mrd. Dollar in etwa auf Vorjahresniveau.

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Unter dem Strich verdiente ArcelorMittal unter anderem dank niedrigerer Zinszahlungen 1,2 Mrd. Dollar, nach 680 Millionen im Vorjahr. Im dritten Quartal konnte ArcelorMittal die Stahlauslieferungen um knapp 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern.

ArcelorMittal erwartet für 2017 eine Steigerung der weltweiten Nachfrage um 2,5 bis 3 Prozent. Die Aktie des Konzerns kletterte am Freitag um vier Prozent nach oben.

Der Konzern hat in in Luxemburg und Indien seine Zentralen. Zuletzt übernahm Arcelormittal den Stahlhersteller Ilva, das größte Stahlwerk Europas in Süditalien. Derzeit plant Arcelormittal, bei Ilva in Italien 4.000 Mitarbeitern zu kündigen >>

Starke Zuwächse auch bei der Voestalpine

Diese Woche hatte der österreichische Stahlkonzern Voestalpine für das erste Halbjahr seines Geschäftsjahres 2017/18 einen starken Gewinnsprung vorgelegt. Die Linzer zeigten sich ebenfalls optimistisch für das erste Halbjahr 2018 und verwiesen auf anziehende Geschäfte der Automobilindustrie.

Doch andere Größen der Schwerindustrie spüren weiter die Überkapazitäten und Billigimporte aus Fernost, vor allem aus China. So kämpfen der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp und Mitbewerber Salzgitter dagegen.

Das Management von Thyssenkrupp reagiert gerade mit einer unter seinen Mitarbeitern sehr umstrittenen Zusammenlegung der Stahlsparten mit dem indischen Konzern Tata Steel.

Salzgitter legt nächste Woche den Bericht für die ersten neun Monate vor. ThyssenKrupp folgt am 23. November mit der Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr.

(Reuters/dpa/apa/red)

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Ein Luftbild des heute Arcelormittal gehörenden Stahlwerks in Bremen.

ArcelorMittal, Eisenhüttenstadt, Eisenhuettenstadt, Stahl, Stahlwerk, Stahlindustrie, Deutschland © Arcelormittal / Bernd Geller

Ein Luftbild vom Stahlwerk in Eisenhüttenstadt.

 

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