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Smart Contracts als Turbo konventioneller Geschäftsmodelle.

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Der Terminus „Smart Contract“ ist zwar in der österreichischen Rechtsordnung nicht explizit definiert, doch lässt sich darunter üblicherweise die Abbildung zivilrechtlicher Verträge auf der Blockchain, inklusive automatisierten Vollzugs, verstehen. Die Blockchain – medial immer wieder ein Thema – ist ein weltweit verteiltes, dezentrales Netzwerk technischer Knoten, welche kryptografisch miteinander in Beziehung stehen. Darauf gespeicherte Daten können nachträglich nicht mehr verändert werden (Integrität der Daten). Eine ex-post Manipulation bzw. Veränderung eines Smart Contracts ist daher in der Praxis ausgeschlossen.

Die Kombination aus vertragsrechtlichen Konzepten und der Blockchain bietet unzählige Möglichkeiten, bei Geschäftsmodellen den Turbo zu zünden. Ein Beispiel wären etwa wiederkehrende Lieferverträge, welche durch Smart Contracts auf der Blockchain abgebildet werden könnten. Man denke etwa an eine Kraftwerksturbine, die einen technischen Schwellenwert für den Austausch einer wesentlichen Komponente erreicht hat. Ein auf der Blockchain gespeicherter Smart Contract, der einen Liefervertrag abbildet, könnte es dem Kraftwerk über eine Internet-of- Things-Schnittstelle erlauben, eine automatisierte Nachbestellung des Ersatzteils in Auftrag zu geben. Die Konditionen hierfür sind bereits im Smart Contract gespeichert. Diese Automatisierung kann auf eine Vielzahl von Geschäftsmodellen ausgeweitet werden.

Christopher Drolz ist Rechtsanwaltsanwärter bei Baker McKenzie im Bereich IT-Recht.