Erdgas

Arbeiten an Nord Stream 2 in deutschen Gewässern laufen weiter

Das russische Spezialschiff "Fortuna" baut in der Ostsee weiter an der Gasleitung Nord Stream 2. Das deutsche Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte die Fortsetzung der Arbeiten genehmigt.

Das russische Verlegeschiff "Fortuna" baut in der Ostsee weiter an der umstrittenen deutsch-russischen Gasleitung Nord Stream 2. "Die "Fortuna" arbeitet derzeit in deutschen Gewässern gemäß der vorliegenden Genehmigungen und der von den Behörden gemachten Ankündigungen", sagte ein Sprecher der Nord Stream 2 AG der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das deutsche Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg die Fortsetzung der Arbeiten genehmigt.

Es sollten nun Rohre auf einer Länge von zwei Kilometern verlegt werden. Hintergrund ist eine Entscheidung des BSH, nach der es dort aktuell keine Rastvögel mehr gebe, die geschützt werden müssten. Deshalb müsse nicht – wie ursprünglich geplant - bis Ende Mai mit dem Start der Arbeiten gewartet werden, hieß es.

Die Rohre dürfen auf dem Meeresgrund abgelegt werden, die Montage solle später erfolgen, hieß es. Die zwei Kilometer liegen in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Nach Angaben von Nord Stream 2 laufen derzeit auch in dänischen Gewässern weiter die Arbeiten mit dem russischen Verlegeschiff "Akademik Tscherski".

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Gegen die BSH-Genehmigung vom Jänner für den Weiterbau in der deutschen AWZ waren der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und die Deutsche Umwelthilfe unter dem Hinweis auf rastende Vögel im Schutzgebiet vor Gericht gezogen. Nun erlaubte das Amt die Ablage der Rohre auf dem Meeresboden bis zum Weiterbau, da die Rastzeit der Vögel in diesem kurzen Abschnitt vorbei sei.

Die Pipeline Nord Stream 2 von Russland durch die Ostsee nach Deutschland ist weitgehend fertiggebaut. In deutschen Gewässern fehlen den Angaben zufolge 13,9 Kilometer des einen Stranges und 16,8 Kilometer des zweiten Stranges. Die USA und mehrere europäische Staaten sind gegen die Pipeline, weil sie eine zu große Abhängigkeit Europas von russischem Gas befürchten. (dpa/apa/red)