Logistik

Aras Cargo bekommt neuen Chef - Österreichische Post "zufrieden"

Die Österreichische Post meldet mitten im Kampf um ihre türkische Firmentochter Aras Kargo einen Wechsel an der Spitze dieses Unternehmens. Die Post zeigt sich zufrieden - doch offenbar gibt es in der Türkei an dem Streit ein Interesse von höchster Stelle.

Aras Kargo, Türkei-Tochter der österreichischen Post, hat einen neuen Geschäftsführer. "Wir sind zufrieden mit dieser Entwicklung", sagt dazu die Post. Der Umgang mit Aras Kargo ist heftig umstritten. Die Post will ihren Anteil von 25 Prozent auf 75 Prozent aufstocken und beruft sich auf eine Kaufoption, Mehrheitseigentümerin Evrim Aras will aber nicht verkaufen, sondern die Post wieder auskaufen.

Der Streit liegt in der Schweiz bei einem Schiedsgericht. Post-Chef Georg Pölzl hatte vor kurzem gesagt, er erwarte in der Frage heuer noch "Bewegung". Die Post bleibt dabei, dass sie die weiteren 50 Prozent erwerben will. Ausdrücklich betonte Pölzl, dass es bei Aras Kargo keine Probleme im Zusammenhang mit der politischen Lage in der Türkei gebe, sondern es sich nur um einen Streit mit einer der drei türkischen Mehrheitseigentümer handle - mit Evrim Aras.

Post: "Wir haben bis jetzt einen sehr guten Eindruck"

Im Mai hatten deren Bruder und Mutter - mit Unterstützung der Post - den Antrag auf Einrichtung eines 5-köpfigen Trustee-Panels gestellt, dem das Gericht folgte. Es habe sich aber rasch herausgestellt, dass dieses Gremium nicht in der Lage sei, die operativen Geschäfte zu führen, sagt die Post. Daher habe es - wieder mit Unterstützung der Post - den Antrag auf Installierung eines "General Managers" gegeben - der nun mit Hikmet Nuri Bulduk per 2. Juni 2017 ohne Befristung bestellt wurde.

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"Wir haben bis jetzt einen sehr guten Eindruck, Herr Bulduk verhält sich neutral und fair", hieß es auf APA-Anfrage bei der Post. In einer Aussendung von Aras Kargo wird auf die Nähe Bulduks zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hingewiesen. Seine Bestellung "wird so gedeutet, dass Ankara ein besonderes Interesse an den Streitigkeiten zwischen den Teilhabern hat", heißt es in der Aussendung.

Hinweise auf die Nähe zu Erdogan

Der 1967 geborene Bulduk sei in Erdoğans Zeit als Ministerpräsident der Türkei "leitender Sonderschriftführer" gewesen. Er sei sowohl ein enger Freund der Familie, als auch ein vertrauter Berater Erdoğans und habe diesen bei In- und Auslandsreisen begleitet. Am Anfang von Erdogans politischer Karriere, als dieser Oberbürgermeister von Istanbul war, habe Bulduk das von der Stadt Istanbul gegründete Touristikunternehmen Beltur geführt, so die Aussendung. (apa/red)

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