Konsumgüterindustrie

Apple will langfristig komplett auf neue Rohstoffe verzichten

Als erster Konzern der Welt erklärt Apple, in seiner Produktionskette komplett auf die Förderung neuer Rohstoffe zu verzichten. Das Problem: Wann der namhafteste Vertreter einer Sparte, die völlig neue Maßstäbe in Sachen geplante Obsoleszenz setzt, seinen Worten Taten folgen lässt, steht in den Sternen.

Apple hat sich das Langzeitziel gesetzt, in seiner Produktionskette komplett auf die Förderung neuer Rohstoffe zu verzichten. Der amerikanische iPhone-Konzern nannte in seinem aktuellen Umweltbericht  allerdings keinen konkreten Zeitrahmen dafür, sondern erklärte nur, die Abhängigkeit von der Rohstoffförderung solle "eines Tages" ganz enden.

Man strebe eine geschlossene Lieferkette an, in der Produkte nur mit erneuerbaren Ressourcen oder Materialien aus dem Recycling produziert würden. Apple setzt seit mehreren Jahren auch auf erneuerbare Energie.

Weltweit der erste Aufruf dieser Art

Apple ist das erste Technologieunternehmen, das ein solches Ziel öffentlich ausruft. Vor allem die rasant gewachsene Smartphone-Industrie - allein im vergangenen Jahr wurden rund 1,5 Milliarden Computer-Handys verkauft - wurde von Umweltschützern dafür kritisiert, dass sie Nutzer schon nach wenigen Jahren zum Kauf neuer Geräte zwingt.

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In Elektronik-Geräten kommen Mineralien und seltene Erden zum Einsatz, die zum großen Teil unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen gefördert werden. Apple und andere große Hersteller verpflichteten sich, nur verantwortungsvoll produzierte Rohstoffe einzusetzen.

Kritiker erklären aber, der Weg der Materialien sei schwer zu verfolgen - und hinter den hehren Erklärungen stecke oft genug nicht mehr als geschicktes Marketing. (dpa/apa/red)

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