Mineralölindustrie

Angriff mit Panzerfäusten auf OMV-Beteiligungsfirma in Libyen

Anfang dieser Woche gab es einen Angriff mit Panzerfäusten auf Libyens wichtigstes Ölfeld. Es gehört der Ölfirma NOC, an der die österreichische OMV beteiligt ist.

Auf Libyens wichtigstem Ölfeld ist es in der Nacht auf Montag zu Kämpfen gekommen. Die staatliche Ölfirma NOC verurteilte "mit Nachdruck" einen Angriff mit Panzerfäusten auf eine Station des Ölfeldes al-Sharara. NOC-Mitarbeiter seien nicht verletzt worden, die Ölförderung sei nicht beeinträchtigt gewesen, hieß es. Wer die Angreifer waren, blieb offen.

Gemeinschaftsfirma von OMV, Repsol, Total und Equinor

Das Ölfeld al-Sharara wird von der Akakus-Gruppe betrieben. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture aus der libyschen National Oil Corporation (NOC) mit der österreichischen OMV, Repsol (Spanien), Total (Frankreich) und Equinor (Norwegen). Dort werden laut NOC täglich 315.000 Barrel Rohöl produziert, knapp ein Drittel der gesamten libyschen Tagesproduktion.

Al-Sharara war erst im März wieder in Vollbetrieb gegangen, nachdem es zuvor zu einem Totalausfall der Produktion aufgrund monatelanger Besetzung durch Personal und lokale Stämme gekommen war. Anfang Februar hatten Truppen des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar das Ölfeld während einer Militäroffensive kampflos erobert.

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Anfang April startete Haftars sogenannte Libysche National-Armee (LNA) einen Vorstoß auf die Hauptstadt Tripolis, den Sitz der international weitgehend anerkannten Einheitsregierung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden dabei bisher mindestens 278 Menschen getötet und mehr als 1.300 verletzt.

Die NOC hatte zuletzt ihre Besorgnis über den Konflikt im Land zum Ausdruck gebracht. Die jüngsten Kämpfe seien eine "ernsthafte Bedrohung für unsere Geschäfte, unsere Produktion und die nationale Wirtschaft", erklärte das Unternehmen. (APA/AFP/red)