Anlagenbau

Andritz wartet auf Milliardenauftrag aus Afrika

Im Kongo soll das größte Wasserkraftwerk der Welt entstehen. Der steirische Anlagenbauer Andritz ist gemeinsam mit dem spanischen Baukonzern ACS im Rennen um Aufträge.

Im Kongo nahe Kinshasa soll das größte Wasserkraftwerk der Welt entstehen. Es geht um die dritte Ausbaustufe am Kongo-Fluss. Das Riesenkraftwerk würde samt seiner bisherigen Abschnitte die Hälfte des Strombedarfs Afrika decken. Aus Österreich macht sich Andritz Hoffnungen, mit einem Milliardenauftrag betraut zu werden, sofern ein Konsortium unter Führung des spanischen Bauriesen ACS zum Zug kommt.

Eckdaten zum Projekt

Bei dem von der Demokratischen Republik Kongo und Südafrika zusammen geplanten Großprojekt am Unterlauf des Kongos handelt es sich um ein unter anderem von der Weltbank finanziertes Vorhaben, unterstützt von PPP (Private-Public-Partnership)-Finanzierungsmodellen. Laut Vilanova würde dabei auch ein Pool an Exportfinanzierungsgarantiegebern benötigt, aus Deutschland etwa von Hermes, aus Österreich - im Fall einer österreichischen Beteiligung am Kraftwerksbau - von der Kontrollbank OeKB.

Milliardenanteil für Andritz möglich

Die Baukosten für das Megaprojekt werden mittlerweile auf rund elf Mrd. Euro geschätzt. Für die Wasserkraftwerkssparte von Andritz, Andritz Hydro, könnte sich der Auftragswert für die gesamte elektromechanische Ausrüstung auf rund 1,5 Mrd. Euro belaufen.

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Es wäre der größte Auftrag in der Geschichte der Andritz Hydro, die ein Drittel des Jahresumsatzes des Andritz-Konzerns von 6 Mrd. Euro (2014) stellt. Das österreichische ATX-Unternehmen hat beim afrikanischen "Inga"-Kraftwerk schon länger den Fuß in der Tür. In den vergangenen Jahren hat Andritz Hydro bei der Renovierung der bestehenden Kraftwerks-Staustufen "(Inga I" und "Inga II") Turbinen umgebaut.

Aggressive Konkkurrenz aus China

Diego Vilanova, bei Andritz Hydro Vice President für Lateinamerika, Afrika und Frankreich, hofft, dass das Konsortium mit ACS (Actividades de Construccion y Servicios) den Zuschlag erhält. Zu den großen Töchtern der börsennotierten spanischen Bau- und Energiegruppe ACS gehört der deutsche Baukonzern Hochtief. Dem Kraftwerks-Bewerberkonsortium für "Inga III" gehört Andritz Hydro als Teil des "westlichen Teams" an. Man trete aber gegen harte, teils aggressive Konkurrenzkonsortien, unter anderem aus China, an.

"Mitte nächsten Jahres werden wir wissen, wer den Zuschlag erhält", sagte Vilanova am Dienstag in einem Pressegespräch mit den österreichischen Wirtschaftsdelegierten in Spanien und Portugal in Wien. Die Teilnahme am Bieterkonsortium für das afrikanische Kraftwerks-/Staudammprojekt wird von Andritz Hydro Spanien koordiniert.

Am spanischen Markt ist der österreichische Konzern seit 1940 aktiv. Spanien ist ein historischer Schlüsselmarkt für die österreichischen Anlagenbauer. Er ist zudem strategischer Angelpunkt für weitere internationale Aktivitäten, traditionell nicht nur in Südamerika, sondern auch für Projekte in Afrika. Die größten Konzerne der iberischen Halbinsel sind laut Vilanova Kunden von Andritz Hydro, oder Partner wie bei der jetzigen Bewerbung am Kongo. (apa/red)