Maschinenbau

Andritz-Tochter Schuler will keine Verpackungsmaschinen mehr bauen

Der zum steirischen Anlagenbauer Andritz gehörende süddeutsche Maschinenbauer Schuler plant harte Einschnitte, um mehr Rendite zu erwirtschaften. Unter anderem wird die Produktion von Verpackungsmaschinen noch 2019 verkauft.

Der zum steirischen Anlagenbauer Andritz gehörende deutsche Maschinenbauer Schuler kündigt Einschnitte in verlustreichen Geschäftsbereichen an. "Ziel ist die Konzentration auf das rentable Kerngeschäft des Konzerns und die Steigerung der Ertragskraft in den kommenden Jahren", sagte Firmenchef Domenico Iacovelli in der süddeutschen Stadt Göppingen.

Fertigung von Verpackungsmaschinen wird 2019 eingestellt

Bereits beschlossen hatte der Pressenhersteller, sich heuer von der unrentablen Fertigung von Verpackungsmaschinen zu trennen. Auch Anlagen zur Produktion von Großrohren will Schuler künftig nicht mehr bauen. Beide Bereiche werden eingestellt. Welche noch folgen sollen, ließ Schuler offen. Die Firma gehört seit 2013 zum steirischen Anlagenbauer Andritz.

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Zuletzt beschäftigte der Maschinenbauer weltweit 6.575 Mitarbeiter (Vorjahr 6.570). In Deutschland waren es mit 4.195 Beschäftigten etwas weniger als im Vorjahr (4.237). Von der geplanten Einstellung der Bereiche Verpackungstechnik und Großrohre seien nur eine niedrige zweistellige Zahl von Mitarbeitern betroffen, so ein Sprecher. Sie sollen andere Aufgaben im Unternehmen übernehmen oder mit Hilfe von Abfindungen in Frühruhestand gehen können.

14 Millionen Euro Gewinn - WLTP als Faktor

Im vergangenen Jahr war der Gewinn von Schuler auf 13,5 Mio. Euro eingebrochen, nach 67,4 Mio. Euro im Vorjahr. Die Umsätze blieben mit 1,2 Mrd. Euro stabil. Zum einen hätten Autohersteller wegen der Probleme mit dem WLTP-Prüfverfahren auf neue Aufträge verzichtet und bereits vereinbarte Projekte verschoben. Das China-Geschäft habe unter dem Handelskonflikt mit den USA gelitten. Hinzu kamen Abschreibungen auf den Firmenwert des 2016 übernommenen Werkzeugmaschinenbauers Aweba, so die Begründung für den Gewinneinbruch. Dazu: Andritz-Tochter Schuler übernimmt Werkzeugbauer Aweba >>

Neue Gemeinschaftsfirma mit Porsche

Schuler stellt unter anderem Pressen für Karosserieteile her. Mit Porsche hatte der Maschinenbauer im vergangenen Jahr ein Joint Venture gegründet, um ein neues Presswerk zu bauen. Das Werk soll 2021 in Betrieb gehen und die Porsche-Fertigung in Leipzig mit Karosserieteilen versorgen. Die Entscheidung für einen Standort des Gemeinschaftsunternehmens stehe aber noch aus, sagte ein Sprecher.

Vorsichtiger Optimismus für 2019

Für heuer und die folgenden Jahre ist der Pressenhersteller vorsichtig zuversichtlich. "2018 war operativ und strategisch ein sehr anspruchsvolles Jahr", sagte Finanzvorstand Norbert Broger. "Umso wichtiger ist es, dass wir den negativen Trend im Auftragseingang wieder drehen konnten und erstmals eine Steigerung von zehn Prozent haben." Der Pressenhersteller startete mit einem Auftragsbestand von 926 Mio. Euro ins neue Jahr. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Dank der besseren Auftragslage und bereits angestoßener Einsparungen will Finanzvorstand Broger mittelfristig das Ergebnis wieder steigern.

Mehr Produktion in China und Brasilien

Darüber hinaus will Schuler mit neuen mechanischen Pressen und der Digitalisierung der wesentlichen Produktlinien zusätzliche Marktanteile gewinnen. Außerdem soll vor allem in China und Brasilien verstärkt vor Ort produziert werden. (dpa-afx/apa/red)

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