Folge 7

Andreas Fill: "Wir könnten 120 Prozent bringen, belassen es derzeit aber bei 80 Prozent"

Um den Abstandsregeln der Coronakrise gerecht zu werden, fährt der Innviertler Maschinenbauer Andreas Fill derzeit ein Organisationsmodell, das auf über 900 individualisierten Einzellösungen beruht. Wie er Management und Mitarbeiter auf Verzicht und Kunden auf Nachsicht einschwören konnte, erzählt er im Exklusiv-Gespräch.

Maschinenbauer Andreas Fill: "Wir haben derzeit Anfragen aus Deutschland und Südeuropa als hätte es nie eine Coronakrise gegeben"

Eine Situation wie diese hat das Maschinen- und Anlagenbauunternehmen Fill noch nie erlebt. Das räumt Andreas Fill, der in zweiter Generation das auf Metallzerspanungs-, Gießerei- und Compositetechnik spezialisierte Innviertler Familienunternehmen mit 920 Mitarbeitern leitet, ein.

Abstandsregeln

Mitte März hat Fill als einer der ersten Unternehmer in Österreich die Reissleine gezogen: "Weil an Arbeiten angesichts der Unsicherheit nicht mehr zu denken war haben wir unsere Mitarbeiter in den Urlaub geschickt" sagt Fill. "Nicht jeder war damit einverstanden, dass wir das am Anfang über Minusstunden und Überstundenabbau gemacht haben, letztlich haben wir jedoch alle Mitarbeiter ins Boot gekriegt". Nach 14 Tagen Urlaub und "nachdem wir alle unseren Beitrag geleistet haben", so Fill, sind seit 1. April die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit - und parallel wird der Betrieb wieder hochgefahren.

Neue Arbeitsorganisation mit 900 individualisierten Einzellösungen

Das feinabgestimmte Programm der Innviertler ist beeindruckend: Insgesamt 900 individualisierte Einzellösungen zählt die neue Arbeitsorganisation die Abstandsregeln einhält, ein neuer Zwei-Schicht-Plan, ein Programm für die vielen Lehrlinge, neu konzipierte Gleitzeitmodelle für die individuellen Anforderungen einzelner Mitarbeiter - wie Fill das neue Arbeiten organisiert, erzählt er in der aktuellen Ausgabe des Podcast des Industriemagazins.

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Anfragen gäbe es derzeit "sogar aus Deutschland und den von Corona sehr betroffenen südeuropäischen Ländern als hätte es nie eine Krise gegeben" sagt Fill. "Von der Auslastung könnten wir derzeit 120 Prozent Leistung bringen." Doch aus gesundheitlichen Gründen müsse man es derzeit bei 80 Prozent belassen, räumt Fill ein. Wie er seine Mitarbeiter auf Verzicht und seine Kunden auf Nachsicht einschwören konnte, erzählt er im Exklusiv-Interview.

Der Podcast des Industriemagazins wird von Matthias Bernold, Michaela Holy und Rudolf Loidl produziert. Unser Podcast lässt sich über SoundcloudSpotify, Google Podcast und Apple Podcast abonnieren. Wir freuen uns über Kritik und Anregungen. Bitte an podcast@industriemagazin.at

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