Elektroindustrie

AMS und Osram: Vertrag zur Abführung des Gewinns noch 2020

Der steirische Chiphersteller AMS will den frisch übernommenen deutschen Leuchtenkonzern Osram jetzt rasch integrieren. Bis Jahresende soll ein Beherrschungs- und Gewinnabführungvertrag vorliegen. Für das zweite Quartal meldet AMS bei den Ergebnissen einen Anstieg.

Der steirische Chip- und Sensorenhersteller AMS, dem seit kurzem 71 Prozent an Osram gehören, plant eine rasche Integration des deutschen Leuchtenkonzerns. Bis Jahresende soll ein Beherrschungs- und Gewinnabführungvertrag (BGV) umgesetzt sein, um in den kommenden Jahren ein deutlich profitables gemeinsames Unternehmen zu schaffen, hieß es.

Auf Basis seiner Mehrheitsbeteiligung beginnt man nun, enger mit Osram zusammenzuarbeiten, etwa im Hinblick auf die Vorbereitung der künftigen Organisations- und Geschäftsstruktur. Zudem will AMS vier Sitze im Osram-Aufsichtsrat einnehmen.

AMS will weitere Anteile an Osram

Der Münchener Leuchtenhersteller bleibe eine unabhängige börsennotierte Tochtergesellschaft, bis weitere Schritte - wie der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag - abgeschlossen und umgesetzt seien. Künftige überschüssige liquide Mittel aus dem operativen Geschäft wolle man zur weiteren Erhöhung der Osram-Beteiligung verwenden, erklärte AMS.

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Im zweiten Quartal hat AMS operativ zugelegt: Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit stieg im Jahresabstand im zweiten Quartal auf 39,2 (21,5) Mio. Dollar, im Halbjahr auf 98,9 (17,1) Mio. Dollar. Das Finanzergebnis war stark negativ - im zweiten Quartal betrug es -32,2 (5,0) Mio. bzw. im Halbjahr -105,0 (2,2) Mio. Dollar.

AMS schafft es in die Gewinnzone

Dennoch schaffte es AMS im zweiten Quartal unterm Strich wieder zurück in die Gewinnzone, nach 17 Mio. Dollar Minus bis März. Im zweiten Quartal blieben 5,9 Mio. Dollar Ergebnis nach Steuern, freilich deutlich weniger als ein Jahr davor (24,7 Mio. Dollar). Im gesamten ersten Halbjahr schrieb man jedoch - wegen des negativen ersten Quartals - Verluste in Höhe von 9,8 Mio. Dollar, nach 15,5 Mio. Dollar Ergebnis nach Steuern von Jänner bis Juni 2019.

Anders ist die Situation bei Osram:
Osram: Tiefrote Zahlen im dritten Quartal >>

Anstieg bei AMS im zweiten Quartal

Die Umsätze waren heuer im zweiten Quartal mit 460,3 Mio. Dollar um 13 Prozent höher als ein Jahr davor (407,3 Mio. Dollar), auch im Halbjahr legten sie kräftig zu (960,9 nach 785,8 Mio.). Der Umsatz im zweiten Quartal sei in der Mitte der erwarteten Spanne gelegen und die Profitabilität (EBIT-Marge) am oberen Ende der erwarteten Spanne, erklärte AMS.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) fürs zweite Quartal lag laut AMS bei 90,1 Mio. Dollar oder 20 Prozent des Umsatzes (vor akquisitionsbedingtem Aufwand und Aufwand für aktienbasierte Vergütung), ein deutlicher Anstieg gegenüber den 49,0 Mio. Dollar ein Jahr davor (bzw. 39,2 Mio. oder 9 Prozent des Umsatzes einschließlich akquisitionsbedingtem Aufwand und Aufwand für aktienbasierte Vergütung, ein Anstieg gegenüber den 21,5 Mio. Dollar vom zweiten Quartal 2019).

Zuversicht auch für die kommenden Monate

Das bereinigte EBIT im Halbjahr lag heuer bei 191,0 Mio. Dollar (vor akquisitionsbedingtem Aufwand und Aufwand für aktienbasierte Vergütung), ein starkes Plus gegenüber 71,8 Mio. im Vorjahreszeitraum (99,0 Mio. inkl. akquisitionsbedingtem Aufwand und Aufwand für aktienbasierte Vergütung, ein Anstieg gegenüber 17,1 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum).

Fürs laufende dritte Quartal verbreitet AMS trotz der Flaute in der Autoindustrie weiter Zuversicht: Die anhaltende Consumer-Nachfrage kompensiere die Schwäche im Automotive- und Industriemarkt, heißt es. Der Umsatz werde dank des Hochlaufs der Produktion von Smartphone-Sensoren bei 530 bis 570 Mio. Dollar liegen und damit 20 Prozent höher als im zweiten Quartal. Die bereinigte operative Umsatzrendite (EBIT-Marge) solle auf 21 bis 24 (zweites Quartal: 20) Prozent steigen. Osram-Zahlen sind in der Prognose noch nicht enthalten, obwohl der Lichtkonzern seit 9. Juli Teil des Konzerns ist. (apa/red)

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