Chiphersteller

AMS AG: Die Übernahme von Osram lässt sich arrangieren

Der steirische Sensorhersteller AMS AG bleibt im Rennen gegen zwei Finanzfirmen bei der Übernahme von Osram dran: Die Finanzierung lasse sich "arrangieren". Gleichzeitig meldet AMS einen kräftigen Anstieg bei Umsatz und Gewinn.

Für den in der Schweiz börsennotierten steirischen Sensor-und Chiphersteller AMS AG ist eine potenzielle Übernahme des deutschen Beleuchtungsherstellers Osram noch nicht abgehakt. In der Vorwoche hatte AMS ein Übernahmeangebot innerhalb kürzester Zeit wieder zurückgezogen.

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AMS: Man kann die Finanzierung "arrangieren"

Nun habe AMS entschieden, "eine mögliche Transaktion mit Osram Licht AG weiter zu prüfen", teilt der Grazer Hersteller mit. Man sei "kürzlich von möglichen finanziellen Partnern" angesprochen worden "und hat mit ihnen Ansichten ausgetauscht, die AMS' Auffassung bestätigen, dass AMS eine umsichtig strukturierte Finanzierungszusage für eine derartige potenzielle Transaktion arrangieren kann", heißt es in der Mitteilung zur Bekanntgabe der Entwicklung im ersten Halbjahr.

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Man sehe strategische Transaktionen als wertvolles Element der Strategie um Technologieführerschaft an. Gelegenheiten zur Weiterentwicklung müssten unter anderem im Falle größerer Transaktionen eine positive Ergebniswirkung haben, im Rahmen einer nachhaltigen Kapitalstruktur umsetzbar sein und zum finanziellen Modell passen. Vor diesem Hintergrund habe AMS unter den damaligen Umständen vergangene Woche keine ausreichende Basis gesehen, die Gespräche mit Osram fortzuführen, prüfe aber laufend alle potenziellen Gelegenheiten zur Weiterentwicklung, wobei die genannten Kriterien erfüllt sein müssten, so das Unternehmen zur Entscheidung, eine mögliche Transaktion mit Osram weiter zu prüfen.

Zweifel an der Finanzierbarkeit in München

Osram hatte Zweifel geäußert, ob AMS die avisierte bis zu 4,2 Milliarden Euro schwere Übernahme finanzieren könnte, so Reuters. Seit Montag läuft die Annahmefrist für das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle, die den Osram-Aktionären 35 Euro je Aktie bieten. AMS hatte laut Osram 38,50 Euro in Aussicht gestellt.

Derzeit finden Gespräche zwischen Osram, einem der bekanntesten deutschen Industriekonzerne, und den zwei Finanzfirmen Bain Capital und Carlyle statt. Beobachter erwarten, dass die Finanzfirmen bei Osram die übliche Strategie ihrer Branche verfolgen dürften: Übernehmen, zerschlagen und mit sattem Gewinn verkaufen. Details dazu: Finanzfirmen wollen Osram: Eine Zerschlagung könnte kommen >>

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Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr kräftig gestiegen

Im ersten Halbjahr hat AMS Gewinn und Umsatz gesteigert. Die robuste Performance im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr habe abermals überwiegend auf dem Consumer-Geschäft beruht, teilte das Unternehmen mit. Operativ lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Halbjahr bei 73,2 Mio. US-Dollar (65,27 Mio. Euro), nach 24,2 Mio. Dollar. Das bereinigte Nettoergebnis betrug plus 15,8 Mio. Euro, nach 7,7 Mio. Dollar Verlust. Der Umsatz stieg um mehr als ein Fünftel (22 Prozent) auf 801,2 Mio. Dollar.

Umsatz und Gewinn oberhalb der Erwartungen

Im zweiten Quartal habe man einen Umsatz in der oberen der erwarteten Spanne und eine operativen Profitabilität oberhalb der Erwartungen erreicht, teilte das Unternehmen mit. Der Gruppenumsatz sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 72 Prozent auf 415,2 Mio. Dollar gestiegen. Das bereinigte Ebit war positiv und betrug 50 Mio. Dollar, nach einem Verlust von 46,4 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Nettoergebnis dreht auf Plus 25,1 Mio. Dollar, nach einem Verlust von 99 Mio. Dollar.

AMS erwartet starkes Wachstum im dritten Quartal

Für das dritte Quartal prognostiziert AMS ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum mit erwarteten Umsätzen von 600 bis 640 Mio. Dollar und einer "signifikant höheren bereinigten operativen Ergebnismarge von über 25 Prozent aufgrund umfangreicher Produkthochläufe im Consumer-Markt und einer erheblichen Verbesserung der operativen Performance".

Bei der Ebit-Marge im dritten Quartal sollte damit doppelt so hoch wie im Vorquartal und mehr als 90 Prozent höher als im Vorjahr liegen. Auf Basis derzeitiger Informationen erwarte man zudem eine vergleichbare Umsatzgrößenordnung für das dritte und vierte Quartal. Zudem verfolge AMS basierend auf dem positiven Ausblick eine signifikante Verringerung des Verschuldungsgrades. (apa/red)

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