Klimaabkommen

Amerikanische Konzernchefs kritisieren Trumps Entscheidung

Von den Chefs von Apple und Tesla, aber auch aus der Industrie kommt scharfe Kritik an der Entscheidung von Donald Trump, aus dem Klimavertrag auszusteigen. Zahlreiche Manager, darunter etwa Apple-Chef Tim Cook, behaupten nun, weiter selbst etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Führende US-Unternehmen haben die Ankündigung von Präsident Donald Trump für einen Ausstieg aus dem Weltklimavertrag scharf kritisiert. "Die Entscheidung, sich aus dem Pariser Abkommen zurückzuziehen, war falsch für unseren Planeten", twitterte Apple-Chef Tim Cook. Der iPhone-Hersteller nutzt die Gelegenheit, um sich ins rechte Licht zu rücken - und behauptet jetzt, weiter gegen den Klimawandel vorzugehen.

Der Chef des Elektro-Autobauers Tesla, Elon Musk, und Disney-Boss Robert Iger kündigten aus Protest ihre Beraterfunktionen beim Präsidenten.

Banken offiziell dagegen - gehören aber zu größten Profiteuren

Auch aus der Industrie und der Finanzbranche hagelte es unmittelbar nach Trumps Erklärung Kritik. "Die Entscheidung ist ein Rückschlag für die Umwelt und für die US-Führungsposition in der Welt", erklärte der Chef der führenden US-Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, in seinem ersten Kommentar auf Twitter überhaupt.

White Paper zum Thema

Die Bankenbranche gilt eigentlich als einer der großen Profiteure von Trumps Wahlsieg. Denn der Präsident hat angekündigt, die unter seinem Vorgänger Barack Obama als Lehre aus der globalen Finanzkrise verschärfte Regulierung wieder zu lockern.

Der Chef des Siemens-Rivalen General Electric, Jeff Immelt, twitterte, er sei enttäuscht. Die Industrie müsse nun unabhängig von der Regierung eine Führungsrolle übernehmen. "Der Klimawandel ist real." Auch andere Großkonzerne wie Ford und Microsoft kritisierten Trump.

Kohlekonzerne und Ölmultis haben "gemischte Gefühle"

Zurückhaltender fiel das Echo in der Kohle- und Öl-Branche aus. Der Präsident des Weltkohleverbands WCA, Benjamin Sporton, sagte zu Reuters, er habe gemischte Gefühle. Er wünsche sich, dass sich die USA für eine neue Vereinbarung und eine Energiepolitik einsetzten, in der auch die Kohle ihren Platz habe.

Der größte US-Verband der Öl- und Gasbranche, das American Petroleum Institute, teilte knapp mit, nie eine offizielle Position zu dem Abkommen eingenommen zu haben. Allerdings hatten zuvor schon führende Mitglieder wie der Ölmulti Exxon Mobil erklärt, zum Kampf gegen den Klimawandel sei ein Rahmen wie der Pariser Vertrag nötig.

Der Industrieverband NAM betonte, er unterstütze zwar den Geist des Pariser Weltklimavertrags, einige Teile des Abkommens seien aber ungerecht für die USA. Trump hatte erklärt, sein Land wolle aus dem Klimavertrag aussteigen, weil dieser für die USA unfair sei. Zudem zweifelt er den Klimawandel an. Im Wahlkampf hatte er ihn als eine Erfindung der Chinesen bezeichnet, um der US-Wirtschaft zu schaden.

Verwandte tecfindr-Einträge