Aluminium

Amag: Teure Rohstoffe sorgen für deutlichen Gewinnrückgang

Der oberösterreichische Aluminiumhersteller Amag meldet für das Vorjahr mehr Umsatz, aber einen Gewinnrückgang von 30 Prozent. Als Grund nennt Amag steigende Rohstoffpreise, Strafzölle auf Aluminium in den USA sowie eine teure Standorterweiterung.

Der oberösterreichische Aluminiumhersteller AMAG hat 2019 einen herben Gewinneinbruch verzeichnet. Neben einer massiven Verteuerung der Rohstoffpreise drückten vor allem auch Hochlaufkosten und die neuen US-Einfuhrzölle auf Aluminium den Nettogewinn um 29 Prozent auf 44,5 Mio. Euro. "Der Hauptgrund war der Tonerdepreisanstieg - der hat uns massiv getroffen", erklärte Finanzvorstand Gerald Mayer.

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Die weltweite Nachfrage am Markt ist aber intakt - sie steigt seit Jahren."2018 wurden 66 Millionen Tonnen Aluminium verbraucht - in China betrug der Anstieg 6 Prozent, in Europa 3 bis 4 Prozent", verwies der scheidende CEO Helmut Wieser bei der Bilanzpressekonferenz in Wien hier auf einen neuen Höchstwert. Seine Nachfolge ist Finanzvorstand Gerald Mayer Anfang März angetreten. Wieser geht in Pension. Mehr dazu: Amag bekommt mit Victor Breguncci einen dritten Vorstand >>

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Am globalen Aluminiummarkt herrscht ein Produktionsdefizit - zuletzt klaffte hier eine Lücke von 1,7 Mio. Tonnen. Die weltweiten Primäraluminiumbestände verringerten sich im vergangenen Jahr von 12,7 auf 10,9 Mio. Tonnen. Die Nachfrage passt und auch das Stammwerk der AMAG (Austria Metall) am Standort in Ranshofen wird laufend ausgebaut. Der Konzernumsatz erhöhte sich 2018 um 6 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Der Absatz stieg um 1 Prozent auf 421.700 Tonnen.

Die Ertragslage entwickelte sich jedoch negativ: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank im Jahresabstand um 14 Prozent auf 141 Mio. Euro, die Marge verschlechterte sich von 15,9 auf 12,8 Prozent.

"Wir hatten im Segment Metall einen Rückgang von 20 Mio. Euro - das ist der Tonerdepreisanstieg, der nicht kompensiert werden konnte", berichtete Mayer. Tonerde verteuert sich um 35 Prozent, Aluminium um 7 Prozent. "Wir haben auch 8 Mio. Euro Bewertungseffekte drin, die vor allem zum Jahresende angefallen sind."

Die AMAG musste versuchen, die Schwankungen beim Aluminiumpreis mit Kurssicherungsgeschäften abzufangen. Hinzu kamen den Angaben zufolge Hochlaufkosten für neue Anlagen in Höhe von 10 Mio. Euro. Die US-Sonderzölle auf Aluminium, die seit Juni 2018 fällig sind, schlugen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 4 Mio. Euro zu Buche. Zu "wesentlichen Einflüssen in der gesamten Industrie" hätten auch die EU-Sanktionen gegen russische Konzerne wie etwa Rusal geführt.

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Das operative Ergebnis (EBIT) der AMAG brach um 30 Prozent auf 60,6 Mio. Euro ein, die dazugehörige Marge schmälerte sich von 8,4 auf 5,5 Prozent. Nach Ertragssteuern blieb ein Gewinn von 44,5 Mio. Euro - um 29 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Gewinn je Aktie verminderte sich von 1,79 auf 1,26 Euro.

Dennoch soll unverändert eine Dividende in Höhe von 1,20 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. "Der Cashflow ist grundsätzlich positiv, das geht sich aus", sagte Mayer unter Verweis auf die Dividendenpolitik des Unternehmens zur APA. Die AMAG schüttet 50 Prozent des Gewinns, mindestens aber 1,20 Euro je Anteilsschein an ihre Aktionäre aus. Die aktuelle Dividendenrendite betrage 3,8 Prozent.

Der Alu-Riese hat nur 7 Prozent der Aktien im Streubesitz. 52,7 Prozent der Unternehmensanteile gehören der B&C Industrieholding, 16,5 Prozent der RLB Oberösterreich Alu Invest GmbH, die eine 100-Prozent-Tochter der RLB OÖ AG ist, 11,5 Prozent der AMAG Arbeitnehmer Privatstiftung, 8,2 Prozent der Treibacher Industrieholding GmbH und - seit 14. Februar 2019 - 4,1 Prozent der Esola Beteiligungsverwaltung.

In den vergangenen zehn Jahren hat die AMAG rund 1 Mrd. Euro in die österreichischen Standorte investiert, vor allem am Stammwerk in Ranshofen. 2018 wurden 80 Mio. Euro investiert, heuer werden es laut Mayer voraussichtlich 100 Mio. Euro sein. "Momentan bauen wir zum Beispiel an einem neuen Hochregallager", so der designierte Konzernchef. "Wenn wir in den letzten Jahren nicht so ausgebaut hätten, dann hätten wir jetzt keine Kapazitäten für das Wachstum", betonte Wieser. Die boomende Luftfahrtindustrie und der Trend zu leichteren Autoteilen sollen die allgemeine Nachfrage auch künftig stärken.

Die Expansion bei der AMAG bringt auch zusätzliche Arbeitsplätze: In den vergangenen fünf Jahren sei der Personalstand um 400 auf rund 2.000 Arbeitnehmer ausgebaut worden. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der Innviertler Konzern 2018 laut Firmenwebsite 1.959 Mitarbeiter (inklusive Leihpersonal, ohne Lehrlinge), per Ende Dezember waren es 1.849 (Jahr davor: 1.797) Personen - ein Anstieg um 4 Prozent. (apa/red)