Aluminium

Amag spürt höhere Rohstoffpreise

Höhere Preise für Tonerde sowie steigende Kosten in der Produktion von Walzen drücken auf den Gewinn der Oberösterreicher. Dafür profitiert der Hersteller davon, dass Aluminium wieder teurer wird.

Der heimische Aluminiumherstellers Amag hat in den ersten drei Quartalen 2018 wegen höherer Kosten im Geschäftsbereich Walzen und gestiegenen Rohstoffkosten weniger Gewinn gemacht. Das Ergebnis nach Ertragsteuern belief sich in den ersten drei Geschäftsquartalen auf 43,4 Mio. Euro, nach 48,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, teilte der börsenotierte Konzern mit.

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Starker Anstieg der Preise für Tonerde

Die Produktionskürzung der weltweit größten Tonerde-Raffinerie in Brasilien und die US-Sanktionen gegen Russland hätten den Preis für Tonerde durchschnittlich um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen lassen, was das Ergebnis im Segment Metall in den ersten drei Quartalen wesentlich belastete, so Amag.

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Ein Großteil sei durch höhere Aluminiumpreisniveau und eine gute Entwicklung im Geschäftsbereich Gießen ausgeglichen worden. Das Segment Walzen erzielte eine höhere Absatzmenge und konnte einen Teil der höheren Vorlaufkosten für das neue Werk kompensieren. "Der Effekt aus den US-Importzöllen wurde weitestgehend durch höhere Verkaufspreise ausgeglichen", so die Amag.

Umsatz steigt

Der Umsatz der Amag-Gruppe in den ersten neun Monaten 2018 stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem aufgrund des höheren Aluminiumpreises um 4 Prozent auf 825,0 Mio. Euro. "Wir konnten beim anspruchsvollen Hochlauf unseres neuen Werks weitere Erfolge erzielen. Während wir im ersten Halbjahr 2018 die Absatzmenge im Segment Walzen nur leicht steigern konnten, gewinnt der Hochlauf zunehmend an Dynamik", kommentierte Amag-Chef Helmut Wieser die aktuellen Zahlen. Im dritten Quartal 2018 habe man ein Absatzplus von 7 Prozent erzielt.

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Preise für Aluminium bleiben volatil

Die Amag geht aufgrund von US-Sanktionen gegen einen der größten Aluminium- und Tonerdeproduzenten der Welt sowie der behördlich angeordneten Produktionskürzung der weltweit größten Tonerde-Raffinerie in Brasilien weiterhin von hohen Volatilitäten und Preisanstiegen an den Rohstoffmärkten aus.

Der höhere Aluminiumpreis, die gute Entwicklung im Geschäftsbereich Gießen und die zu erwartende Mengensteigerung im Segment Walzen werde aber einen Teil dieses Ergebniseffekts kompensieren, erklärte der Aluminiumhersteller. "Ein EBITDA am unteren Ende der im August kommunizierten Bandbreite von 150 bis 170 Mio. EUR bleibt damit weiterhin realistisch". Einen Ausblick für das nächste Jahr hat das Unternehmen aber noch nicht gegeben. Das Geschäftsjahr 2019 werde wesentlich von der Entwicklung des Marktumfeldes abhängen. (apa/red)