Aluminium

Amag leidet unter den Strafzöllen in den USA

Der oberösterreichische Aluminiumkonzern exportiert knapp ein Drittel seiner Erzeugnisse in die USA - entsprechend deutlich spürbar sind die Folgen der amerikanischen Strafzölle auf Aluminium. Pläne für einen Ausbau in Kanada liegen bei der Amag derzeit "in der Schublade".

Der Aluminium-Konzern Amag leidet unter den 10-prozentigen US-Einfuhrzöllen auf Alu-Produkte, denn 30 Prozent der Amag-Produkte gehen in die USA - "das belastet unser Ergebnis", sagte Vorstandschef Helmut Wieser auf der Gewinn-Messe in Wien. Auch Beschränkungen in umgekehrter Richtung, nach Europa, seien bedrohlich, denn "die Absicherung der Versorgung auf hohem Niveau ist wichtig".

Dies gelte etwa für den russischen Rusal-Konzern, so Wieser: "Wenn Rusal ausgeschaltet wird, gibt es massive Verknappungen." Außerdem würden dadurch die Rohstoffpreise belastet. Die Austria Metall AG (Amag) sei auch bei ihrem Werk in Kanada vom 10-prozentigen US-Zoll betroffen, "obwohl die USA ohne diese Alu-Lieferungen keine Flugzeuge mehr bauen könnten".

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Für einen möglichen Ausbau des riesigen Werks Alouette in Kanada, das 600.000 Tonnen Alu jährlich produziert, lägen die "Pläne in der Schublade", man könnte relativ rasch beginnen zu überlegen, ob man ausbaue oder nicht. Allerdings hat die Amag bei Alouette in Kanada noch vier weitere Partner an Bord. Mit der kanadischen Regierung habe man für 15 Jahre einen Stromvertrag fixiert, der von den Londoner Alu-Preisen abhängt, nicht aber von den Stromgroßhandelspreisen, sagte Wieser auf eine Frage auf dem Publikum.

Große Hoffnungen setzt die Amag auf den weltweit wachsenden Flugzeugmarkt - laut Prognosen wird sich die weltweite Flugzeugflotte innerhalb der nächsten 20 Jahre verdoppeln.

Im Halbjahr stagnierte der Amag-Umsatz bei 540 Mio. Euro, die produzierte Menge lag mit 204.700 t etwas unter Vorjahr. Die Mitarbeiterzahl wuchs um knapp fünf Prozent auf 1.955. Die Neunmonatszahlen sollen am 31. Oktober kommen. (apa/red)