Aluminiumverarbeiter

Amag: Höherer Absatz, weniger Umsatz - und Zuversicht trotz Corona

Der oberösterreichische Hersteller Amag hat 2019 mehr verkauft, wegen Preisrückgängen dabei aber weniger Umsatz gemacht. Für heuer gibt sich Konzernchef Gerald Mayer zuversichtlich - trotz der Schwierigkeiten wegen des Coronavirus und der Flaute am Markt.

Der börsennotierte Aluminiumverarbeiter Amag hat im Geschäftsjahr 2019 mehr verkauft, wegen Preisrückgängen dabei aber weniger Umsatz gemacht. Die Handelskonflikte, insbesondere zwischen USA und China, die Eintrübung der Konjunktur und die schwächelnde Automobilindustrie ließen die Preise und in einzelnen Märkten die Nachfrage sinken, teilte das Unternehmen mit.

Der Vorstand schlägt für 2019 eine stabile Dividende von 1,20 Euro je Aktie vor. Für eine Ergebnisprognose auf das laufende Geschäftsjahr 2020 sei es "aufgrund des unsicheren Marktumfelds verfrüht", heißt es in der Aussendung der Amag. Der Verlauf werde vom Aluminium- und Rohstoffpreis und der Konjunktur abhängen. 2019 ist der Aluminiumpreis durchschnittlich um 14 Prozent zurückgegangen. Zugleich wird die Einschätzung des Marktforschungsinstituts CRU zitiert, wonach die weltweite Nachfrage nach Primäraluminium und Aluminiumwalzprodukten in den kommenden durchschnittlich um 2 bis 3 Prozent wachsen dürfte, 2020 um jeweils rund 2 Prozent.

Gerald Mayer, Vorstandsvorsitzender der Amag, meint dazu: "Nach Abschluss der Standorterweiterung sind wir sehr gut aufgestellt, können unsere Innovationskraft noch stärker vorantreiben und werden im Jahr 2020 ein Neuprodukte-Feuerwerk zünden."

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Der Absatz der Amag legte 2019 um vier Prozent auf 440.300 Tonnen zu, der Umsatz fiel hingegen leicht auf 1,066 Mrd. Euro (1,1 Mrd. Euro). Der operative Gewinn (EBIT) fiel mit 61,1 Mio. Euro geringfügig höher aus als 2018 (60,6 Mio. Euro), nach Steuern gab es hingegen einen Rückgang um 13,2 Prozent auf 38,6 Mio. Euro. Die Nettofinanzverschuldung ging im Vergleich zum Jahresende 2018 von 311,3 Mio. Euro auf 292,9 Mio. Euro zurück, der Verschuldungsgrad (Gearing-Ratio) von 50,1 Prozent auf 47,3 Prozent. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 39,8 Prozent auf 41,2 Prozent.

Zuversichtlich für 2020 - trotz Flaute und Coronavirus

Trotz Coronavirus und der dadurch drohenden Beeinträchtigung der ohnedies schwachen Konjunktur ist der börsennotierte Alu-Verarbeiter Amag recht zuversichtlich für die Entwicklung im neuen Jahr, gibt aber noch keine konkrete Ergebnisprognose ab. "Momentan haben wir keine Auswirkungen", betonte Amag-Chef Gerald Mayer zusammenfassend auf die Frage nach Effekten durch das Coronavirus.

Kurz- und vielleicht auch mittelfristig sei Corona kein Thema, man werde das weiter beobachten, meinte der Vorstandschef des oberösterreichischen Industriekonzerns. Diese Woche habe man aber in Kanada, wo die Amag mit 20 Prozent an der größten Alu-Elektrolyse-Schmelze des amerikanischen Kontinents (Alouette) beteiligt ist, einen Anstieg des Preises fürs Ausgangsprodukt Tonerde um 20 US-Dollar pro Tonne registriert - "wegen Corona", wie Mayer hinzufügte. 2019 war der Amag hier eine im Schnitt 30-prozentige Preisreduktion von 473 auf 333 Dollar/t zugutegekommen. Zur Erzeugung einer Tonne Primär-Alu sind rund 2 t Tonerde nötig; der Alu-Preis sank 2019 im Schnitt um 14 Prozent von 2.115 auf 1.811 Dollar/t. Zu Jahresende lag der Alu-Preis bei 1.830 Dollar/t.

Abhängig sei die Amag auch von Magnesium-Zulieferungen - Magnesium komme weltweit zu 85 Prozent aus China. "Dort sehen wir uns aber in den nächsten drei Monaten abgesichert", so Mayer im Bilanzpressegespräch in Wien. Auch im Bereich Verpackungsfolien, die man etwa aus Norditalien beziehe, sehe man momentan "kein Thema" in negativer Hinsicht.

Beim Absatz von Aluminium-Produkten sei aber "schon absehbar", dass es etwa bei längeren Beeinträchtigungen der chinesischen Autoindustrie "auch für die Amag einmal Auswirkungen haben" könnte, gab der Vorstandschef zu verstehen. Dazu verwies Mayer darauf, dass der Automarkt dort - laut chinesischem Autobauerverband CPCA - in den ersten beiden Februarwochen im Vorjahresvergleich um mehr als 90 Prozent eingebrochen sei. China stehe für über ein Fünftel des Welt-Automarktes. "Momentan haben wir keine Auswirkungen", so Mayer.

2019 habe die Amag im wichtigen Automotiv-Bereich, der bei ihr rund 15 Prozent Anteil bestreitet, eine circa 30-prozentige Mengensteigerung erreicht, und man gehe auch für 2020 von steigenden Mengen bei Auto aus, betonte Mayer. Die Frage werde dann sein, welche Mengen-Abrufe es konkret geben wird. "Momentan gehen wir auch für 2020 von einem Automobil-Wachstum bei unseren Produkten aus - aber es ist eine Fahrt im Nebel." Die Abnahmezyklen würden in dem Bereich kürzer, das Geschäft entwickle sich mehr zu einem Spotgeschäft.

Eine konkrete Ergebnisprognose für heuer - in Form einer Bandbreite - will Mayer Ende April abgeben. (apa/red)