Aluminiumpreise

Aluminium: Rücktritte bei Rusal wegen der Sanktionen

Der russische Aluminiumriese Rusal des Strabag-Großaktionärs Oleg Deripaska baut als Reaktion auf die amerikanischen Sanktionen seine Konzernführung um. Die Konzernchefin und sieben Aufsichtsratsmitglieder sind zurückgetreten.

Der russische Aluminiumkonzern Rusal baut wegen der gegen ihn verhängten US-Sanktionen seine Führungsspitze um. Rusal kündigte den Rückzug der Vorstandsvorsitzenden Alexandra Bouriko (Buriko) und sieben der 14 Aufsichtsratsmitglieder an.

Die Rücktritte seien Teil der Maßnahmen, die das Management zum Schutz des Unternehmens und seiner Anteilseigner vor den US-Sanktionen ergriffen habe, erklärte Rusal.

Sanktionen direkt gegen Mehrheitseigner Deripaska

An Rusal ist der russische Oligarch Oleg Deripaska mit seiner Firmengruppe En+ mit einem Anteil von 48 Prozent beteiligt. Deripaska hält - über seine Rasperia Trading Limited - auch 25,9 Prozent am größten österreichischen Baukonzern Strabag.

Die US-Regierung hatte Anfang April harte Sanktionen gegen russische Industrielle, Regierungsvertreter und Firmen verhängt. Damit reagierte Präsident Donald Trump auf den Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien, für den der Westen Russland verantwortlich macht. Mit am stärksten betroffen sind der Aluminiumkonzern Rusal und sein Gründer Oleg Deripaska.

Die Sanktionen verbieten es den betroffenen russischen Unternehmen ab dem 23. Oktober, Geschäfte mit den USA oder US-Bürgern zu machen. Dies verursachte schon im Vorfeld einen Kurssturz an der Moskauer Börse und eine Abwertung des Rubel. Eine Reihe von russischen Großindustriellen verlor Milliarden.

Massive Aiswirkungen auf den Aluminiumpreis weltweit

Die Vorgänge hatten auch massive Auswirkungen auf die Aluminiumpreise weltweit.

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Deripaska will sich von Ämtern zurückziehen

Die US-Regierung wirft Deripaska vor, für die russische Regierung aktiv zu sein. Inzwischen stellte das US-Finanzministerium aber in Aussicht, die Sanktionen gegen Rusal und Deripaskas Unternehmensgruppe En+ aufzuheben, wenn Deripaska die Kontrolle über die Holding abgibt. Ende April erklärte sich Deripaska bereit, aus der Führung von En+ auszuscheiden und auch seine Unternehmensanteile zu reduzieren. En+ besitzt einen 48-Prozent-Anteil an Rusal.

Zudem kündigte Deripaska an, nicht mehr für den Aufsichtsrat von Rusal zu kandidieren - ohne formal zurückzutreten. Ende Mai wurden seine Firmen En+, Rusal und der Autobauer GAZ von der US-Sanktionsliste entfernt, Deripaska selbst aber nicht. (afp/apa/red)