Bahnindustrie

Alstom: Nur zwei Betriebsräte waren für die Fusion mit Siemens

Im europäischen Betriebsrat beim Bahnhersteller Alstom waren nur zwei von 13 Mitgliedern für die Fusion der Zugsparte mit Siemens. Bei der Zusammenlegung, die 2018 abgeschlossen werden soll, bekommt Siemens eine knappe Mehrheit.

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Bei einer Abstimmung über den geplanten Zusammenschluss des französischen Zugherstellers Alstom mit Siemens hat sich der europäische Alstom-Betriebsrat gespalten gezeigt.

Zwei der 13 Gewerkschaftsvertreter aus verschiedenen europäischen Ländern hätten in Paris für den Deal gestimmt, sagte Daniel Dreger von der Gewerkschaft CGT der Deutschen Presse-Agentur. Fünf seien dagegen gewesen, sechs hätten sich enthalten.

Abstimmung der Betriebsräte ohne Einfluss auf die Fusion

Dieses Votum hat allerdings keine Auswirkungen auf den Deal zwischen Siemens und Alstom. Die Alstom-Konzernführung brauchte jedoch formal das Stimmungsbild des europäischen Betriebsrats, um die Annäherung voranzutreiben.

Die beiden Unternehmen hatten im September 2017 angekündigt, die Siemens-Zugsparte mit Alstom zusammenzulegen. Der deutsche Siemens-Konzern erhält dabei eine knappe Mehrheit an dem neuen Branchenriesen.

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Dies hatte in Frankreich für Diskussionen gesorgt. Das Geschäft soll Ende dieses Jahres abgeschlossen werden.

Franzosen pessimistisch im Hinblick auf Arbeitsplätze

Das gemischte Abstimmungsergebnis zeige die Verunsicherung angesichts des bevorstehenden Deals, sagte CGT-Gewerkschafter Dreger. Französische Gewerkschaften hatten sich zuletzt gegen den Zusammenschluss ausgesprochen - unter anderem weil sie Jobverluste fürchten.

Mehr dazu: Vor der großen Fusion: Sorge um Jobs bei Alstom >>

Fusion als Schutz gegen Chinesen könnte zum Bumerang werden

Außerdem bestehe die Gefahr, dass nach dem Zusammenschluss außereuropäische Konkurrenten leichtes Spiel auf dem Kontinent hätten, sagte CGT-Gewerkschafter Boris Amoroz der Deutschen Presse-Agentur. Dann gäbe es innerhalb Europas nur noch einen Branchenriesen. Für alternative Angebote müssten Kunden zum Beispiel auf chinesische Anbieter zurückgreifen. (dpa/apa/red)

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