Industrieproduktion

Als Reaktion auf Trump: Deutsche Industrie fordert Investitionen im Inland

Als Reaktion auf die neue Abschottungspolitik der USA fordern Vertreter des deutschen Verbandes DIHK mehr Investitionen in Deutschland. Schaden könnte der neue Kurs Washingtons trotzdem - sowohl Europa als auch den USA selbst.

Auch als Reaktion auf die Abschottungspolitik der USA fordert der Chef des Deutschen Industrie und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, mehr Investitionen in Deutschland. Deutsche Produkte seien aber ohnehin nicht wegen ihres günstigen Preises, sondern wegen ihrer Qualität gefragt, sagte Schweitzer im Deutschlandfunk mit Blick auf die Zollpläne Trumps.

"Ich glaube, woran wir etwas ändern können, und ändern müssen, ist, dass wir mehr in Deutschland investieren", forderte der DIHK-Präsident. Dies gelte für staatliche Infrastruktur-Investitionen, wo sich bereits einiges gebessert habe. Auch könne bei Bildung und den Privatinvestitionen noch mehr passieren. Die deutsche Bundesregierung könne hier etwa über steuerliche Anreize helfen.

Handelsüberschuss Deutschlands abbauen

Schweitzer sagte, mehr zu investieren bedeute letztlich, dass mehr importiert werde. Dies wiederum trage dazu bei, dass der häufig von anderen Ländern und zuletzt auch von den USA kritisierte Handelsüberschuss Deutschlands abgebaut werde. "Das heißt, die Investitionsquote, die muss deutlich erhöht werden."

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Eine Möglichkeit sei der Ausbau des schnellen Internets über Glasfaserleitungen, der über Deutschland hinaus in ganz Europa vorangetrieben werden müsse. "Das würde erhebliche Summen kosten, wäre aber richtig wichtig auch für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes." Nötig seien zudem Investitionen etwa in Berufsschulen und die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern.

Schaden auf beiden Seiten des Atlantiks

Klar sei aber, dass ein Handelskrieg Deutschland als exportstarke Nation in jedem Fall treffen würde. Etwa eine Million Arbeitsplätze hingen allein vom Außenhandel mit den USA ab. Deutsche Unternehmen beschäftigten umgekehrt aber auch 700.000 Menschen in den USA.

Trump werde den USA durch eine Abschottung also selbst schaden. "Politik so konkret umgesetzt, vernichtet Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten, im Rest der Welt, in Europa und auch in Deutschland."

Neue Chancen in Asien

Es sei eine Chance, sich stärker in Asien zu engagieren, was Trump als einen Hauptgegner der US-Wirtschaft ausgemacht hat. Dies dürfe sich nicht allein auf China konzentrieren, sagte Schweitzer. In Thailand oder den Philippinen spielten deutsche  Waren noch nicht die Rolle, die sie könnten.  (reuters/apa/red)
 

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