Autohandel

Alle reden vom Klimaschutz - und der SUV-Absatz steigt und steigt

Die Absatzzahlen der wuchtigen Stadtgeländewagen legen international jedes Jahr zweistellig zu - und eine Umkehr dieses Booms sei nicht erkennbar, sagen Experten.

Erstmals werden in Deutschland heuer mehr als eine Million neue Stadtgeländewagen (SUV) verkauft werden. Bereits im November werde diese Schwelle überschritten, denn in den ersten zehn Monaten seien bereits 974.501 SUV-Neuwagen abgesetzt worden, teilte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer mit. Er rechnet mit insgesamt 1,095 Millionen verkauften SUV im Gesamtjahr.

Dudenhöffer: Trendumkehr nicht erkennbar

Seit 2010 seien die SUV-Verkäufe in Deutschland jährlich um elf Prozent gewachsen. Dieses hohe Tempo werde auch die nächsten Jahre anhalten, erklärte Dudenhöffer. "Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar." Das zeige auch der Vergleich mit anderen Ländern wie den USA oder der Schweiz. Schon 2025 könnten dann mehr als die Hälfte aller Neuwagen SUV sein.

"Entscheidendes Kriterium ist der Karosserieaufbau"

Die Zahlen des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen sind allerdings höher als die des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), weil die Forscher den SUV anders definieren: "Nach unserer Einschätzung ist die Architektur des Karosserieaufbaus der Fahrzeuge das entscheidende Abgrenzungskriterium", erklärte Dudenhöffer. Das CAR unterscheide daher nicht zwischen Geländewagen und SUV. Auch Modelle wie der Nissan Juke, die das KBA der Kompaktklasse zuordnet, zählt CAR zu den Sport Utility Vehicles.

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In den ersten zehn Monaten des Jahres wurden laut CAR 31 Prozent aller SUV mit Dieselmotor verkauft; immer mehr Hybrid- und Elektromodelle kommen aktuell auf den Markt. 41 Prozent der sportlichen Geländewagen waren auf Privatkunden zugelassen. (afp/apa/red)