Aluminium

Alcoa spaltet sich auf

Der US-Aluminiumriese Alcoa will sich in zwei Konzerne aufspalten. Das Geschäft mit Leichtmetallen für die Flugzeug- und Autoindustrie soll von der traditionellen Aluminiumproduktion getrennt werden, kündigte das von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen überraschend an.

Alcoa Aluminiumindustrie

Die beiden Geschäftsbereiche hätten kaum noch Überschneidungspunkte, daher sei die für die zweite Jahreshälfte 2016 geplante Abspaltung ein zwangsläufiger Schritt. "Wir denken, dass beide Einheiten eine Größe erreicht haben, mit der sie wettbewerbsfähig sind und auf eigenen Füßen stehen können", so Kleinfeld der Nachrichtenagentur Reuters. 

Der 57-Jährige soll Chef der neuen Firma werden, die die höherwertigen Produkte vertreibt. Einen Namen gibt es noch nicht. Während der Übergangszeit soll Kleinfeld zudem Chairman des Traditionsgeschäfts sein, dass weiter Alcoa heißen wird. Die Aluminiumhütten machten in den zwölf Monaten zu Ende Juni einen Umsatz von 13,2 Mrd. Dollar (11,8 Mrd. Euro). Zuletzt hatten dem Bereich die fallenden Rohstoffpreise zugesetzt. Seit vorigem September sind die Aluminiumpreise um ein Viertel auf ein Sechs-Jahres-Tief eingebrochen. Das Geschäft mit höherwertigen, weiterverarbeiteten Produkten erlöste 14,5 Mrd. Dollar. Kleinfeld hat den Konzern stärker auf das Geschäft mit der Luftfahrt- und Autobranche ausgerichtet. Dazu kaufte Alcoa jüngst auch den Titanium-Zulieferer RTI International Metals für etwa 1,5 Mrd. Dollar.

Nach der Trennung sollen beide Unternehmen an der Börse notiert sein. Es stelle sich die Frage, wie Alcoas Schulden und Pensionsverpflichtungen zwischen beiden Sparten aufgeteilt würden, sagte Analyst Josh Sullivan vom Brokerhaus Sterne Agee CRT. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, müssen die Aktionäre der Abspaltung nicht zustimmen. Am Markt kamen die Pläne gut an. Die Alcoa-Aktie legte rund drei Prozent zu. Innerhalb der letzten zwölf Monate hatte das Papier mehr als 42 Prozent verloren. Alcoa leitet traditionell die US-Bilanzsaison ein und gilt aufgrund seiner breit gefächerten Kundschaft als gutes Barometer für den Zustand der amerikanischen Wirtschaft. (APA/Reuters)