Atomkraft

AKW an der Donau in Bulgarien: Russen und Chinesen wollen bauen

Für den seit Jahren auf Eis liegenden Bau eines zweiten Atomkraftwerks in Bulgarien gibt es nach Angaben der Regierung sieben Angebote - darunter von Unternehmen aus Russland und China.

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Für den seit Jahren auf Eis liegenden Bau eines zweiten Atomkraftwerks in Bulgarien gibt es nach Angaben der Regierung sieben Angebote. Die Offerten kommen unter anderem vom chinesischen Energieriesen CNNC und vom russischen Konzern Rosatom, wie Energieministerin Temenujka Petrowa mitteilte.

Der Bau am Standort Belene an der Donau - ein Gemeinschaftsprojekt mit Russland - war 2012 abgebrochen worden. Grund waren damals stetig steigende Kosten und wachsender Druck aus Brüssel und Washington auf das EU-Mitglied Bulgarien.

Bulgarien musste mehr als 600 Millionen Euro an Entschädigung an den russischen Kraftwerksbauer Atomstroiexport zahlen. In Belene stehen seitdem ein Sockel im Wert von 1,3 Milliarden Euro und die Bauruinen von zwei Reaktorblöcken.

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Nun soll das Akw fertiggestellt werden - die Regierung werde binnen drei Monaten die besten Angebote auswählen, erklärte Ministerin Petrowa. Die verbliebenen Unternehmen sollen dann ihre endgültige Angebot unterbreiten.

Das Projekt ist in Bulgarien stark umstritten. Kritiker sagen, weder Bulgarien noch die Nachbarländer benötigten die Energie. Petrowa versicherte am Dienstag, es handle sich um eine "seriöse Planung". Drei "potenzielle Kunden" hätten sich bereits am Kauf von Strom aus dem künftigen Akw interessiert gezeigt. Das Parlament hatte im vergangenen Jahr nur unter der Bedingung zugestimmt, dass der Staat keine Garantien für den Verkauf des Stroms übernimmt.

In Bulgarien gibt es derzeit nur ein Atomkraftwerk in Kosluduy, ebenfalls an der Donau. Dort sind noch zwei Reaktoren in Betrieb; sie liefern ein Drittel des benötigten Stroms im Land. Die anderen vier Reaktoren sind veraltet und waren im Zuge des Beitritts Bulgariens zur Europäischen Union im Jahr 2007 stillgelegt worden. (afp/apa/red)