Autoindustrie

Aktivistische Finanzfirma Elliott erhöht Druck auf Hyundai

Die aggressiv auftretende Finanzfirma Elliott des Investors Paul Singer erhöht den Druck auf die südkoreanische Autogruppe Hyundai. Andere Aktionäre sollen einer höheren Dividende an Aktionäre und einem Austausch des Managements zustimmen. Elliott sorgt auch bei Industrieriesen wie Siemens und Thyssen für Unruhe.

Der aktivistische Investor Elliott hat mit einem offenen Brief an die Aktionäre der südkoreanischen Autogruppe Hyundai den Druck auf das Management erhöht. Der US-Hedgefonds forderte in dem Anschreiben die Anteilseigner auf, auf den bevorstehenden Hauptversammlungen für eine höhere Ausschüttung und der Auswechslung des Managements zu stimmen.

"Wir bitten heute darum, dass alle Aktionäre diese wegweisenden Vorhaben unterstützen, mit denen die Unternehmensleitung umgebaut und die überkapitalisierte Bilanz des Konzerns richtig dimensioniert werden soll."

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Die zur Autogruppe gehörenden Konzerne Hyundai Motor und Hyundai Mobis lehnen die Forderungen des Großaktionärs mit dem Hinweis auf nötige Milliarden-Investitionen für Zukunftstechnologien ab. Hyundai Motor erklärte dazu, eine höhere Dividende würde einen "massiven Mittelabfluss" bedeuten und die Entwicklung hemmen. Auch Zulieferer Hyundai Mobis argumentierte, eine höhere Dividende würde die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen, da in den nächsten drei Jahren Milliarden für die Entwicklung neuer Fahrzeuge investiert werden müssten.

Der US-Hedgefonds fordert zusammengenommen die Ausschüttung von 7 Billionen Won (5,5 Mrd. Euro), während die Unternehmen eine Billion Won vorschlagen. Hyundai lehnt auch den von Elliott geforderten Wechsel in den Führungsriegen ab. Auf den Hauptversammlungen der Firmen am 22. März müssen die Aktionäre über die diversen Vorschläge entscheiden.

Hyundai Motor versucht die Anteilseigener auch mit höheren Gewinnzielen zu überzeugen. Der Autobauer kündigte an, bis 2022 die operative Gewinnmarge des Kerngeschäfts auf sieben Prozent steigern zu wollen. 2018 lag die Rendite bei lediglich 2,1 Prozent. Der Autohersteller plane zudem, in den nächsten fünf Jahren 45,3 Billionen Won in Forschung und Entwicklung, in künftige Wachstumsbereiche wie autonome Fahrtechnologien, Fahrzeugelektrifizierung und Mobilitätsdienstleistungen zu investieren.

"Wir erwarten auf den bevorstehenden Aktionärstreffen einen Showdown zu Ungunsten der Kleinaktionäre", kommentierte Chung Yong-jin, Analyst bei Shinhan Investment. Elliott hatte bereits im Frühjahr 2018 nach seinem milliardenschweren Einstieg die Gruppe gedrängt, einen genauen Plan vorzulegen, wie Hyundai die Rendite steigern, die Bilanz optimieren und die Unternehmensführung verbessern will. (reuters/apa/red)

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