Coronavirus

AK und Vida: Bedingungen für Lkw-Fahrer verbessern

Die Arbeiterkammer und die Verkehrsgewerkschaft fordern eine Rückkehr zu klar geregelten Ruhezeiten. Auch sollten belieferte Firmen Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, hieß es.

Die Arbeiterkammer (AK) und die Verkehrsgewerkschaft Vida fordern bessere Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer in den herausfordernden Zeiten der Corona-Krise. Bessere Rahmenbedingungen würden auch einen Beitrag zur Versorgungssicherheit für alle leisten, so AK-Präsidentin Renate Anderl. Vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit sieht die Arbeitgeber in der Pflicht, die Lenker jetzt nicht zu überfordern.

Die Lkw-Lenker sichern die Versorgung und Lieferketten, doch für sie selber seien die Ruhezeiten de facto außer Kraft gesetzt: Lenker könnten derzeit nahezu rund um die Uhr fahren und ihre Ruhezeiten seien wesentlich verkürzt. "Wichtig wäre eine Rückkehr zu klar geregelten Ruhezeiten", fordert Hebenstreit. Dass die Fahrer nicht übermüdet sind, schütze sie und erhöhe die Verkehrssicherheit. Zum Vergleich: In Deutschland würden für die Lenker auch während der Corona-Krise die bestehenden Ruhezeiten von bis zu 11 Stunden täglich und bis zu 45 Stunden wöchentlich gewährleistet.

Weiters seien auch klare Regeln zur Infektionsvermeidung wichtig: Gerade in Quarantänegebieten seien die Lenker verunsichert. Was passiert nach der Zustellung im Quarantänegebiet, insbesondere beim Verlassen desselben? Hier wären Richtlinien der Gesundheitsbehörden hilfreich, wie Lkw-Fahrer sich zu verhalten haben. Auch die Berufsgruppe der Taxi- und Mietwagenlenker brauche - neben wirtschaftlicher Unterstützung - klare Infos, wie sie selbst und die Fahrgäste geschützt werden können.

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Schutzmasken und Handschuhe sind derzeit schwer zu bekommen, manche der belieferten Firmen verlangen von den Lenkern eigene Masken und Handschuhe. Weil diese aber knapp sind, würden Schutzmasken untereinander ausgetauscht. Das schaffe mehr Unsicherheit und Ansteckungsgefahr, als es sie verhindere. Die AK schlägt vor: Wenn eine Firma von ihren Lieferanten Schutzausrüstung verlangt, so muss sie diese selbst zur Verfügung stellen. Firmen, die beliefert oder bei denen Waren abgeholt werden, müssen faire Bedingungen für die Lenker schaffen, wie Zugang zu Toilettenräumen und Verpflegung.

Bei den Gesundheitskontrollen an den Grenzen werden Lkw-Lenker rascher abgefertigt als Pkw-Fahrer, weil sie das Zielgebiet nach Lieferung rasch wieder verlassen. Wenn aber nur eine Spur passierbar sei komme es trotzdem zu großen Staus. Das Verkehrsministerium hat im Austausch mit den Nachbarstaaten die Situation bereits deutlich verbessert; das sollte jetzt systematisch umgesetzt werden. Nach Unfällen sollten Lkw bevorzugt abgeleitet werden. Diese Maßnahmen zur Verflüssigung des Güterverkehrs helfen, die Fahrzeiten zu verkürzen.

Wichtig sei auch die Ausstattung auf den Rastplätzen der Autobahnen: Dort müssten für die Lkw-Lenker die Waschräume offen gehalten und regelmäßig desinfiziert werden. (apa/red)

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