Stategie

Aixtron braucht einen neuen Plan

Nachdem US-Präsident Barack Obama „Nein“ zur Aixtron-Übernahme durch einen chinesischen Investor gesagt hat, will sich der deutsche Chipanlagenbauer Aixtron neu aufstellen. Die chinesische Regierung übt indessen scharfe Kritik an den USA.

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Die Aixtron-Übernahme ist gescheitert, das Unternehmen sucht nun nach einer Überlebensstrategie.

Wann das neue Konzept stehen wird, steht noch in den Sternen, aber Aixtron bastelt emsig an einer neuen Strategie: "Wir wollen möglich zeitnah ein Zukunftskonzept erarbeiten", sagte ein Konzernsprecher. "Dazu könnten ein Verkauf von Teilbereichen, Joint Ventures, Kostensenkungen oder eine Kombination aus allen gehören."

Denn der chinesische Investor Fujian Grand Chip Investment hatte sein 676 Millionen Euro schweres Übernahmeoffert für die Firma zurückgezogen. Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama sein Veto gegen eine Übernahme der US-Tochter mit Verweis auf Sicherheitsbedenken eingelegt.

Aixtron benötigt staatliche Hilfen

Für Hilfen vom Bund an Aixtron gibt es keine Anzeichen. Grundsätzlich sei es Aufgabe des Unternehmens, über seine Ausrichtung zu entscheiden, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Ob sich das Ministerium in Fällen, in denen Arbeitsplätze bedroht seien, konkret engagiere, sei immer eine Einzelfallentscheidung. "Da gibt es keinen Bezug, den sie an der Stelle konkret ziehen könnten zum Fall Aixtron", machte er deutlich. Von Signalen an oder Gespräche zum Thema Hilfen für Aixtron wisse er nichts. Ansonsten gebe es staatliche Förderprogramme, für die sich Aixtron bewerben könne.

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Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist mit Aixtron dagegen im Gespräch. "Aixtron ist ein technologisches Schlüsselunternehmen, auf das NRW stolz sein kann", sagte Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin. "Ich bin in sehr regelmäßigen Austausch mit der Geschäftsführung und wir werden jetzt die nächsten Schritte gemeinsam besprechen."

Auch ohne Investor überlebensfähig

Aixtron-Chef Martin Goetzeler forderte Unterstützung auf Bundes- und Länderebene. Das sei dem Unternehmen signalisiert worden, sagte er dem "Handelsblatt". Es gehe hier um Arbeitsplätze in Deutschland, aber auch zukunftsweisende Technologien am hiesigen Standort. Auf die Frage, wie die Hilfen aussehen könnten, sagte er: "Möglichkeiten ergeben sich zum Beispiel im Rahmen eines Investitionsprogramms des Wirtschaftsministeriums zur Stärkung der Mikroelektronik in Deutschland. Darin sollte Aixtron ein zentrales Element sein." Aixtron sei im Grunde auch ohne einen Investor überlebensfähig.

Experten bezweifeln hingegen, dass Aixtron mit seinen gut 700 Mitarbeitern selbstständig überleben kann. Im September hatte Goetzeler in einem Reuters-Interview gesagt, ohne einen Partner drohten harte Einschnitte und ein Abbau von Arbeitsplätzen. Zu einem etwaigen Stellenabbau wollte sich die Firma nicht äußern.

Kritik aus China an US-Blockade

"Die USA nimmt sich immer mal wieder im Namen der nationalen Sicherheit Auszeiten von den Marktprinzipien, um in normale geschäftliche Vorgänge einzugreifen", so die scharfe Kritik aus chinesischen Handelsministeriums (MOFCOM) am Vorgehen der USA. Der Aixtron-Übernahmeplan von Fujian Grand Chip Investment habe im Einklang gestanden mit allen Grundsätzen von Markt und international üblichen Geschäftspraktiken. Er hätte daher nicht unter politisches Sperrfeuer geraten dürfen. (apa/Reuters)

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