Auftragsforschun

AIT will "Zersplitterung" unter Auftragsforschern überwinden

Das AIT will verstärkt mit Instituten wie Profactor und Joanneum kooperieren. Das AIT will damit die Zersplitterungen der Szene überwinden - "ohne dass wir etwas dominieren wollen", erklärt dazu der Industrielle Hannes Androsch, Aufsichtsratschef beim AIT.

Das Austrian Institute of Technology (AIT) will verstärkt mit Forschungseinrichtungen in den Bundesländern kooperieren. Konkret gibt es laut AIT-Aufsichtsratschef Hannes Androsch Gespräche mit Joanneum Research in der Steiermark und Profactor in Oberösterreich. "Das soll helfen, Zersplitterungen in einem kleinen Land zu überwinden, ohne dass wir etwas dominieren wollen", so Androsch.

AIT sieht sich neu aufgestellt

Vor zehn Jahren, im Mai 2007, hatte Androsch den Vorsitz im Aufsichtsrat der Forschungseinrichtung übernommen, die damals noch Austrian Research Centers (ARC) hieß und "mehr oder weniger am Ende war, vor allem weil die Industrie aussteigen wollte". Das konnte verhindert werden und mittlerweile könne man sagen, dass die Neuaufstellung und Sanierung geglückt sei, so Androsch bei einem Hintergrundgespräch.

Finanzchef Alexander Svejkovsky belegte dies mit Geschäftszahlen: Bei einem Umsatz von 137 Mio. Euro liege die Eigenkapitalquote bei 37 Prozent (gegenüber 15 Prozent in 2008). Extern würden mehr als 70 Mio. Euro erzielt. Davon kämen bei der kofinanzierten Forschung (34 Mio. Euro) 40 Prozent von der EU, auch bei der Auftragsforschung (38 Mio. Euro) werde ein gutes Drittel im Ausland lukriert.

White Paper zum Thema

"Expansion in einem vernünftigen Ausmaß"

Deshalb will das AIT nun "zur Expansion übergehen" - "auf ein vernünftiges Ausmaß", aber doch in einer Größenordnung, "um in der europäischen Champions League mitspielen zu können", so Androsch. Auch in der anstehenden nächsten Leistungsvereinbarung mit den Eigentümern - 50,4 Prozent Bund, 49,6 Prozent Industrieunternehmen - soll das aufgenommen werden, ebenso wie eine vorgezogene Verlängerung der beiden Geschäftsführer Wolfgang Knoll und Anton Plimon: "Mein Vorschlag ist: never change a winning team", so Androsch.

Der Aufsichtsratschef verwies auf die Vielzahl an nationalen und internationalen Kooperationen des Forschungszentrums, was sich etwa auch an den 250 Dissertanten am AIT zeige. Weil Österreich zu klein sei, um sich den Luxus der Zersplitterung leisten zu können, wolle man auch verstärkt mit der steirischen Forschungsgesellschaft Joanneum Research und dem Forschungsunternehmen Profactor in Steyr kooperieren.

Widersprüche in der österreichischen Forschungspolitik

Wie diese Zusammenarbeit konkret aussehen könnte, sei "work in progress", von allen Beteiligten gebe es die Absicht, die Kräfte zu bündeln - das alles unter Mitwirkung der Länder. "Wir sprechen jedenfalls nicht von Übernahmen", betonte Plimon.

In der Forschungspolitik ortet Androsch eine Diskrepanz: Einerseits weise Österreich mittlerweile die zweithöchste Forschungsquote in Europa auf, falle andererseits aber in den diversen Innovationsrankings substanziell zurück und habe an Umsetzungsdynamik verloren.

Sehr hohe Zahl an Förderstellen

Im Forschungsrat, dessen Vorsitzender Androsch auch ist, wolle man die Gründe für diese "inverse Situation" suchen. Androsch ist sich sicher, dass dies mit der auch vom Rechnungshof kritisierten hohen Zahl an Forschungsförderstellen in Österreich zusammenhänge. (apa/red) 

Verwandte tecfindr-Einträge