Neue Struktur

AIT soll sich auf Dekarbonisierung und Digitalisierung konzentrieren

Das Austrian Institute of Technology (AIT) hat sowohl eine neue Struktur, als auch eine neue Strategie. Ihre Eigentümer wollen vom AIT mehr Unterstützung bei "Dekarbonisierung und Digitalisierung“.

AIT Forschung Strategie

Die AIT-Geschäftsführer Anton Plimon und Wolfgang Knoll verpassen dem AIT eine neue Struktur und Strategie. 

Seit der Neuaufstellung vor rund acht Jahren hat das AIT zwei vierjährige Strategiezyklen hinter sich. Nun bereitet das Forschungszentrum seine nächste Strategie für die Jahre 2018 bis 2021 vor.

Seitens der Eigentümer - die Forschungseinrichtung steht zu 50,4 Prozent im Besitz des Staates, zu 49,6 Prozent im Eigentum von Industrieunternehmen - seien dafür "klare Vorgaben" gemacht worden, sagte der wissenschaftliche AIT-Geschäftsführer, Wolfgang Knoll. Das Institut soll sich laut diesen Wünschen auf die "Technologie-Entwicklung in den 'Grand Challenges' mit Schwerpunkt auf Infrastrukturthemen der Zukunft" konzentrieren und Wirtschaft und Gesellschaft insbesondere bei Herausforderungen im Bereich "Dekarbonisierung und Digitalisierung" unterstützen.

Weiters erwarten sich die Eigentümer, dass das AIT durch seine internationalen Aktivitäten als "Türöffner für österreichische Unternehmen" fungiert und durch "Gründung von Start-Ups und Spin-Offs einen Mehrwert für den Standort" schafft. Das Institut müsse wissenschaftlich weiterhin vorne mitspielen, solle sich aber gleichzeitig "noch aggressiver um die Vermarktung kümmern", fasste Knoll weitere Erwartungen der Eigentümer zusammen. 

Wirtschaftlich will das Austrian Institute of Technology seine Marktperformance bis 2021 „noch weiter verbessern" und den Umsatz um jährlich acht Millionen Euro erhöhen, erklärte AIT-Geschäftsführer Anton Plimon. Statt bisher fünf Departments hat das AIT nunmehr acht Zentren.

Acht Zentren statt fünf Departmens

Seit Jahren verfolgt das AIT das Ziel, 40 Prozent seines Umsatzes aus der Basisfinanzierung, 30 Prozent durch ko-finanzierte Projekte und weitere 30 Prozent durch direkte Industrieaufträge zu erlösen. Diese Aufteilung soll weiterhin so bleiben, der Umsatz - derzeit rund 140 Mio. Euro - um acht Millionen Euro pro Jahr steigen, und zwar rein aus Markterlösen. 

Im Zuge der neuen Strategie wurden mit Jahresbeginn auch die bestehenden fünf Departments aufgelöst, weil man "die einzelnen Themenblöcke nicht zu breit werden lassen wollte", so Plimon. An ihre Stelle treten acht Zentren: Energy; Health and Bioresources; Digital Safety and Security; Vision, Automation and Control; Mobility Systems; Low-Emission Transport; Technology Experience sowie Innovation Systems and Policy. Unverändert bestehen bleiben die beiden AIT-Töchter Seibersdorf Labor GmbH und Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH.

Themenwechsel

Im Zuge dieser Umstrukturierung will sich das AIT auch von Themen verabschieden. Fix ist bereits, dass der Bereich "Environmental Technologies" teilweise geschlossen, teilweise in ein anderes Zentrum eingegliedert wird. Grund sei, dass der Markt für den Hauptfokus Grundwasser- und Deponiesanierung vor allem an öffentlichen Budgets hänge und das Umfeld daher schwierig sei.

Das AIT bekommt auch einen neuen Standort in Wien: In der Giefinggasse in Wien-Floridsdorf, wo bisher schon rund 400 AIT-Mitarbeiter beschäftigt waren, wird ein neues Gebäude errichtet. Im Frühjahr 2018 werden die Institutsleitung und weitere 440 Beschäftigte, die bisher im TechGate in der Donaucity gearbeitet haben, in den neuen Standort übersiedeln. Die AIT-Niederlassungen in den Bundesländern sind davon nicht betroffen, sagte Plimon. In Summe beschäftigt das AIT rund 1.300 Mitarbeiter. (apa)