Flugzeugindustrie

Airbus will Boeing mit Niedrigpreisen "in die Zange nehmen"

Boeing arbeitet gerade an einem neuem Flugzeug mit 220 bis 270 Sitzen für mittlere Strecken. Der europäische Flugzeugbauer will mit einem Preiskampf bei seinen Modellen A330neo und A321neo dagegen halten.

Der neue Airbus-Verkaufschef Christian Scherer schließt einen Preiskampf mit dem Erzrivalen Boeing nicht aus. Der europäische Flugzeugbauer setzt gegen den erwarteten, in der Mitte des Marktes angesiedelten neuen Boeing-Flugzeugtyp auf seine bestehenden Modelle A330neo und A321neo, wie Scherer in Toulouse sagte.

"Diese Programme sind so ausgereift, dass sie Airbus Preisflexibilität geben, um dieses mittlere Marktsegment anzugehen", sagte Scherer und sprach im Boxer-Jargon von einer "Links-Rechts-Kombination", mit der Airbus Boeing in die Zange nehmen wolle.

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Der US-Konkurrent prüft derzeit, ob er ein neues Flugzeug mit 220 bis 270 Sitzen auf den Markt bringt, das zwischen der eigenen Boeing 737 und der 787 angesiedelt ist und damit auch zwischen der A320-Familie und dem A330 liegt. Airbus hatte die beiden Modelle kürzlich mit neuen, sparsameren Triebwerken ausgestattet. Das geplante Boeing-Flugzeug soll erklärtermaßen "deutlich effizienter" sein als die Airbus-Maschinen. Die Frage ist aber, wie viel die Fluggesellschaften dafür zu zahlen bereit sind.

Scherer erwartet nicht, dass die Flugzeugindustrie am Ende ihres seit rund zehn Jahren anhaltenden Höhenflugs ist und vor einem Abschwung steht. "Der Markt bleibt ziemlich positiv", sagte er. Anders als früher sei die Branche weniger abhängig von Konjunkturzyklen. Die Vereinigung der Fluggesellschaften, IATA, hatte kürzlich wegen der wachsenden Handelsstreitigkeiten und steigender Kosten vor sinkenden Gewinnen in diesem Jahr gewarnt. (reuters/apa/red)

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