Luftfahrtindustrie

Airbus: Beim Riesenflieger A400M läuft es "sehr, sehr gut"

Airbus rechnet für die nächsten Jahre mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Flugzeugen und spätestens 2030 mit Hybridmotoren im Passagiergeschäft. Aktuell seien die Probleme beim A400 weitgehend überwunden. Die Krise in Katar sei besorgniserregend.

Der Flugzeugbauer Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Verkehrsjets. In den Jahren 2017 bis 2036 würden weltweit voraussichtlich 34.899 neue Passagier- und Frachtflugzeuge benötigt, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Präsentation von Airbus-Verkaufschef John Leahy. Das sind um 1.829 Maschinen mehr als vor einem Jahr vorhergesagt. Bei den Passagierflugzeugen bezieht sich Airbus auf Typen mit mindestens 100 Sitzplätzen.

Dabei kommt der Zuwachs durchweg von den Mittelstreckenjets wie dem Airbus A320neo und der Boeing 737-MAX sowie mittelgroßen Langstreckenjets mit zwei Triebwerken wie dem Airbus A350 und Boeings 787 "Dreamliner".

Vom Erfolg des A400M überzeugt: Dinge laufen "sehr, sehr gut"

Airbus hegt trotz des milliardenschweren Desasters um den Militärtransporter A400M keine Zweifel an der Zukunft des Fliegers. "Wir sind entschlossen, das Flugzeug zum Erfolg zu machen", sagte der Chef des Militärflugzeug-Geschäfts, Fernando Alonso, am Freitag in Toulouse.

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Die Probleme mit dem Getriebegehäuse der Turboprop-Triebwerke lägen weitgehend hinter dem Unternehmen. Die Frage sei nicht mehr, wie viele Flugzeuge Airbus im Jahr bauen könne, sondern welche Produktionsrate für den Hersteller und die Kunden die beste sei.

Airbus hatte wegen der Probleme bei der A400M allein im vergangenen Jahr eine Sonderbelastung von 2,2 Milliarden Euro verbucht. Schon 2009/2010 hatte nur eine milliardenschwere Finanzspritze der Käuferstaaten das Projekt vor dem Aus bewahrt. Auch die Bundeswehr hat 53 Maschinen bestellt und erst wenige davon erhalten. Doch selbst deren Einsatz war zuletzt nicht uneingeschränkt möglich.

Derzeit verhandelt der Hersteller mit den Regierungen darüber, die Vertragsstrafen für verspätete Auslieferungen und noch nicht verfügbare Spezial-Fähigkeiten zu senken.

Airbus: In 15 Jahren fliegen Regionaljets mit Hybridantrieb

Airbus-Chef Tom Enders sieht Anfang der 2030er-Jahre die Zeit von teilelektrischen Flugzeugen im Passagiergeschäft gekommen. "Unser Ziel ist, in 15 Jahren nicht nur Flugzeuge zu haben, die eine Stunde durchhalten, sondern wir sollten dann 100-Sitzer haben, die elektrisch-hybrid fliegen", sagte der Manager am Donnerstagabend in Toulouse. Konkrete Pläne für einen solchen Flieger nannte er nicht.

Bisher ist Airbus im Passagiergeschäft bei Jets mit deutlich mehr als 100 Sitzen präsent. Die kleineren Typen für Regionalstrecken bauen vor allem der brasilianische Hersteller Embraer und der kanadische Bombardier-Konzern.

Dabei glaubt Enders, dass technische Neuerungen in Zukunft vor allem aus der Verkehrsfliegerei kommen und von dort aus in Militärflugzeugen Einzug halten. "Das war früher umgekehrt." Der Manager sieht Airbus als Hersteller von Verkehrsjets sowie Militärflugzeugen daher für die Zukunft besser aufgestellt als reine Rüstungskonzerne. Auch dem Militärtransporter A400M sagt er trotz zahlreicher Pannen, milliardenschwerer Mehrkosten und jahrelanger Verzögerungen große Erfolge voraus. Das Flugzeug werde in einigen Jahren "der Stolz der Luftstreitkräfte sein", meinte er.

Die Diskussion um höhere Rüstungsausgaben europäischer Staaten in der NATO sieht Enders positiv. "Es ist gut, dass der Abwärtstrend bei den europäischen Militärausgaben erreicht ist", sagte er. Allerdings werde es dauern, bis die einzelnen Staaten tatsächlich wie angepeilt zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung steckten. (dpa/apa/red)