Luftfahrt

Air Berlin: Verhandlungen der Gläubiger über Verkauf von FlyNiki

Die Verhandlungen über den Verkauf von Air Berlin sind offenbar im Endspurt. Gerade laufen Gespräche der Gläubiger über die österreichische Fluggesellschaft Niki (FlyNiki), die zu Air Berlin gehört.

Die Verhandlungen über den Air-Berlin-Verkauf scheinen in die Zielgerade zu gehen. Eine Woche nach dem Insolvenzantrag beraten derzeit erstmals die Gläubiger über den Verkauf der Fluggesellschaft.

Gespräche über österreichische FlyNiki

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, dass Verhandlungen über eine Absichtserklärung zum Verkauf der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki an die Lufthansa liefen.

Der deutsche Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig (SPD) sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND): "Es gibt Gespräche zwischen Lufthansa und zum Beispiel Niki. Ich schließe nicht aus, dass es da schon erste Ergebnisse geben könnte." Machnig begleitet die Verhandlungen um Air Berlin.

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Der vorläufige Gläubigerausschuss von Air Berlin trifft sich zu seiner konstituierenden Sitzung. Noch ist allerdings unklar, ob dabei schon Entscheidungen zu erwarten sind. Die "Süddeutschen Zeitung" (SZ) berichtet, bereits in seiner ersten Sitzung solle der Gläubigerausschuss die Aufspaltung des Unternehmens beschließen.

Wann Entscheidungen kommen, ist derzeit offen

Air Berlin hatte am Freitag mit der AUA-Mutter Lufthansa konkrete Gespräche über die Übernahme von Teilen des Fluggesellschaft aufgenommen. Als weitere Interessenten gelten Easyjet und die Thomas-Cook-Tochter Condor.

Die deutsche Fluglinie TUIfly des weltgrößten Reisekonzerns TUI ist zudem an einer Lösung für die Flugzeuge und Besatzungen interessiert, die sie seit Jahren an Air Berlin und inzwischen an deren Tochter Niki verleast hat.

Die seit langem angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hatte vor einer Woche Insolvenz beantragt, nachdem Großaktionär Etihad der Airline die finanzielle Unterstützung entzogen hatte. Der Flugbetrieb ist durch einen Kredit des deutschen Bundes über 150 Mio. Euro noch für etwa drei Monate gesichert.

Spekulationen über drohendes Monopol der Lufthansa zurückgewiesen

Machnig wies erneut alle Spekulationen zurück, am Ende der Gespräche über Air Berlin könnte die Lufthansa als Monopolist den Luftverkehr in Deutschland beherrschen. Es gebe zehn Interessenten. Und es sei klar: "Es wird kein Monopol der Lufthansa geben, dafür sorgen auch die Kartellbehörden." Auch die deutsche Regierung habe kein Interesse daran, dass der Wettbewerb kleiner werde.

Auch Nürnberger Unternehmer Wöhrl legt Angebot vor

Als wenig wahrscheinlich gilt, dass der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl mit seinem Angebot zum Zuge kommt. Er will Air Berlin nur als Ganzes übernehmen. Die deutsche Regierung sieht das aber nicht als sinnvolle Lösung an, weil Air Berlin gerade durch seine heutige Struktur in die schwierige Lage geraten sei.

Deutsche Minister sind für Lufthansa

Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatten sich dafür ausgesprochen, dass Lufthansa einen großen Anteil von Air Berlin übernimmt.

Niki Lauda, Luftfahrtunternehmer und Gründer der Air Berlin-Tochter Niki, sagte im "Handelsblatt", er befürchte höhere Flugpreise, sollte die Lufthansa bei Air Berlin vorrangig zum Zuge kommen. Lauda kritisierte, die Lufthansa habe die Politik ins Boot geholt, um den Wettbewerb einzuschränken.

Flugausfälle möglich

Bei Air Berlin könnten laut "SZ" trotz des Brückenkredits der deutschen Regierung bald die ersten Flüge ausfallen. Es gebe die Gefahr, dass die insolvente Fluglinie Teile ihres Flugbetriebs schon bald nicht mehr aufrechthalten könne, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Situation vertraute Insider. Der umstrittene Brückenkredit des Staats über 150 Mio. Euro soll eigentlich den Flugbetrieb für drei Monate sichern.

Auf dieses Geld habe Air Berlin zwar Zugriff, habe aber keinen Zugang auf Umsätze aus Vorausbuchungen für künftige Flüge. "Diese landen auf einem neutralen Konto, um sicherzustellen, dass Kunden ihr Geld zurückbekommen, falls Flüge gestrichen werden", hieß es in dem Bericht. Diese Regelung verschärfe offenbar die Geldknappheit des Unternehmens, das zwar im Augenblick einen Großteil der Löhne nicht mehr bezahlen und auch die Schulden nicht mehr bedienen muss.

Das Geld wird knapp

Doch der Flugbetrieb kostet trotzdem viel Geld - zumal viele Lieferanten und Flughäfen inzwischen Vorkasse verlangen. Die drohenden Flugausfälle verschärfen dem SZ-Bericht zufolge das Tempo bei den Verhandlungen über die Aufteilung der Fluglinie - dieses ist ohnehin sehr hoch. (APA/dpa/dpa-AFX/red)