Nahrungsmittelindustrie

Agrana will am Balkan wachsen

Zukäufe in Bosnien, Serbien oder Kroatien geplant, Preisvorstellungen derzeit aber zu hoch.

Agrana Johann Marihart Top-250 Unternehmen Top 1000 Manager

Der börsenotierte Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana ist am Westbalkan weiterhin an Zuckerraffinerien interessiert. Die Preisvorstellungen seien derzeit aber aufgrund der guten Ertragssituation der Zuckerbranche zu hoch, sagte Agrana-Chef Johann Marihart im APA-Gespräch. Konkret will der Nahrungsmittelkonzern in Bosnien, Serbien oder Kroatien zuschlagen.

Derzeit wächst die Agrana laut Marihart organisch, unter anderem im Bereich der Zuckerraffinierung und bei Stärke mit dem Ausbau der Produktion in Pischelsdorf (NÖ) ab Mitte 2013.

Dividende unverändert

Nach der erfreulichen Geschäftsentwicklung - trotz eines Gewinnrückgangs im 3. Quartal - soll im laufenden Geschäftsjahr für 2012/13 die Dividende im Vergleich zum Jahr davor unverändert bleiben, erklärte Marihart. Die Agrana hatte die Dividende für 2011/12 kräftig von 2,4 auf 3,6 Euro/Aktie angehoben.

Im Segment Zucker legte der Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 um 34 Prozent auf 926,6 Millionen Euro zu, und das operative Ergebnis erhöhte sich um 11,6 Prozent auf 105,3 Millionen Euro. Der Erlösanstieg sei auf höhere Zuckerpreise und gesteigerte Absatzmengen zurückzuführen, so der Agrana-Chef. Gleichzeitig seien aber auch die Rohstoffkosten gestiegen. Besonders erfreulich hätten sich die Verkäufe von Nicht-Quotenzucker an die Industrie entwickelt. Marihart erwartet bei den Weltmarkt-Zuckerpreisen eine flache, leicht fallende Entwicklung.

Die Ertragssituation im Stärkebereich war aufgrund von höheren Rohstoffkosten rückläufig. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 2,8 Prozent auf 603,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10 Prozent auf 60,8 Millionen Euro zurück.

Fruchtsaftfusion "sehr positiv"

Im Geschäftsbereich Frucht legten die Erlöse um 27,6 Prozent auf 859,1 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis erhöhte sich aber nur um 5,5 Prozent auf 38,2 Millionen Euro. Zu dem gestiegenen Ergebnis habe vor allem der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate mit einem starken Ergebnis im dritten Quartal beigetragen. Die Fruchtsaftfusion von Agrana und dem RWA-Konzern verlaufe "sehr positiv", betonte Marihart. Nach Zusammenschluss mit der Ybbstaler Fruit Austria habe man nach deren Konsolidierung in den ersten sechs Monaten bereits einen geringfügigen Ergebniseffekt erzielt. Künftig sollen innerhalb der neuen Organisation weitere Synergieeffekte genutzt werden.

Beim umstrittenen Biotreibstoff E10 wartet die Agrana auf eine endgültige Entscheidung der EU-Kommission. Derzeit sei das heimische Bioethanolwerk voll ausgelastet und verkaufe rund 50 Prozent der Produktion ins Ausland, so der Agrana-Chef. (APA)