Erdgas

Aggressiver Kurs Erdogans: Griechenland fordert Sanktionen der EU

Athen sei für einen Dialog, "aber nicht mit vorgehaltener Waffe", so der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betont, das Verhalten Erdogans sei inakzeptabel und forderte eine Einhaltung des Völkerrechts.

Griechenland verschärft den Ton gegenüber der Türkei. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis forderte in einem Gastbeitrag in der französischen Zeitung "Le Monde" EU-Sanktionen gegen die Türkei, wenn das Land im Streit um Gasreserven im östlichen Mittelmeer nicht einlenke.

Diese könnten auf einem Sondergipfel der EU zur Außenpolitik am 24. September beschlossen werden, schrieb Mitsotakis. "Wenn die Türkei bis dahin nicht zur Vernunft kommt, sehe ich keine andere Möglichkeit."

In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" warf Mitsotakis der Türkei vor, sich "weniger wie ein Partner und mehr wie ein Provokateur" zu verhalten. Athen sei für einen Dialog mit Ankara, "aber nicht mit vorgehaltener Waffe", schrieb er.

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Der Konflikt steht im Mittelpunkt eines Gipfels in der korsischen Inselhauptstadt Ajaccio. Dazu hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Griechenland und Zypern eingeladen sowie Italien, Spanien, Portugal und Malta. Vor dem eigentlichen Gipfelbeginn wollte Macronnachmittag zunächst bilateral mit Mitsotakis beraten. Dabei könnte es auch um den Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gehen.

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer streitet Ankara mit Griechenland und Zypern um deren Ausbeutung.

Macron: Verhalten der Türkei ist inakzeptabel

Die Türkei ist nach Ansicht von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kein Partner mehr in der Mittelmeerregion. "Unsere roten Linien sind einfach der Respekt vor der Souveränität eines jeden europäischen Mitgliedstaates, die Achtung des Völkerrechts", sagte Macron in Ajaccio auf der Mittelmeerinsel Korsika.

Der französische Staatschef kritisierte das Verhalten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Libyen-Konflikt und die Erdgaserkundungen der Türkei im östlichen Mittelmeer als "inakzeptabel". Griechenland und Zypern sind der Ansicht, dass die Bohrungen in ihren Seegebieten erfolgen und damit illegal sind.

Frankreichs Präsident fordert Achtung des Völkerrechts

"Europa muss eine geeintere und klarere Stimme haben. Frankreichs Position in den letzten Monaten war konsequent, nicht eskalierend", sagte Macron. Er wünsche sich, wieder in einen "fruchtbaren Dialog mit der Türkei" zu treten. Ziel sei der Dialog mit Erdogan, "aber unter Bedingungen, bei denen wir kompromisslos sind". (afp/dpa/apa/red)