Abgsasskandal

Abgasskandal: Razzia in den VW-Tochter-Werken Audi Ingolstadt und Neckarsulm

18 Staatsanwälte und Beamte der Landeskriminalämter durchsuchen seit heute frühdie Zentrale der VW-Tochter Audi in Ingolstadt und das Werk in Neckarsulm. Dabei werden auch die Vorstandsbereiche untersucht. Hintergrund ist der Verdacht der Abgasmanipulation.

Audi-Produktion in Neckarsulm: Auch die Vorstandsbereiche werden im Zuge der Razzia durchsucht

Die Strafverfolger ermitteln wegen des Verdachts, Audi habe mehr als 200 000 Dieselfahrzeuge für den europäischen und den US-amerikanischen Markt manipuliert. Mit einer speziellen Software sei die Schadstoffreinigung beim Betrieb auf der Straße weitgehend ausgeschaltet worden. Optimal funktioniert habe die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand, bei den offiziellen Messungen der Behörden. Ein Audi-Sprecher sagte, auch im Vorstandsbereich werde durchsucht. Details nannte er nicht. Audi kooperiere mit den Ermittlern und stelle Daten zur Verfügung. Die Zahl der Beschuldigten beläuft sich auf 14. Darunter seien nach wie vor keine aktuellen oder ehemaligen Vorstandsmitglieder von Audi heisst es vonseiten der Staatsanwaltschaft in München.

Vor einer Woche erst hatte die Staatsanwaltschaft die Wohnungen von sechs Audi-Technikern und Ingenieuren durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Als einziger Beschuldigter sitzt der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand weiterhin in Untersuchungshaft. Er wurde schon im September 2017 festgenommen. Eine Haftbeschwerde ist derzeit beim Oberlandesgericht München anhängig. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen.

In einer spektakulären Aktion hatte die Staatsanwaltschaft München am 15. März 2017 während der Jahres-Pressekonferenz von Audi-Chef Rupert Stadler in Ingolstadt die Konzernzentrale durchsucht. Neben dem Ermittlungsverfahren führt die Staatsanwaltschaft auch ein Bußgeldverfahren gegen noch unbekannte Audi-Vorstände und gegen das Unternehmen.

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