Stromnetze

ABB wird seine größte Sparte tatsächlich verkaufen

ABB will tatsächlich seine größte Konzernsparte verkaufen - damit haben sich Spekulationen im Vorfeld bestätigt. Es liefen bereits Gespräche mit dem japanischen Industrieriesen Hitachi. Aggressiv auftretende Finanzfirmen haben immer wieder eine Aufspaltung von ABB gefordert.

Der Schweizer Industriekonzern ABB hat Gespräche mit dem japanischen Konglomerat Hitachi über die Zukunft der Stromnetzsparte bestätigt.

Zuerst 50 Prozent, dann komplett

Man sei in Verhandlungen, die 2014 bekannt gegebene strategische Partnerschaft der beiden Unternehmen in der Sparte Power Grid auszuweiten und neu zu definieren, hieß es in einem Statement von ABB.

Es sei jedoch nicht sicher, dass eine Transaktion zustande kommen werde, weder in Bezug auf den Zeitpunkt, die Struktur oder die Bedingungen. Damit reagierte ABB auf Medienberichte. Zuvor hatte der japanische Wirtschaftsnachrichtendienst Nikkei über die Gespräche berichtet.

Dazu:
Medienbericht: Hitachi will die Stromnetzsparte von ABB >>  
Insider: ABB bereitet Verkauf seiner Netzsparte vor >>

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Demnach gehe es um eine Transaktion im Wert von umgerechnet bis zu 7,05 Mrd. Dollar (6,2 Mrd. Euro). Der Zeitung zufolge hat der Hitachi-Verwaltungsrat Pläne bestätigt, die Transaktion voranzutreiben. Hitachi hatte jüngst angekündigt, seinen Umsatz mit Stromnetzen in den kommenden drei Jahren um 60 Prozent auf 120 Mrd. Yen (932 Mio. Euro) steigern zu wollen.

ABB werde die Sparte in ein eigenständiges Unternehmen ausgliedern, an dem sich Hitachi anfangs mit rund 50 Prozent beteiligen werde, berichtete "Nikkei" weiter. Im Verlauf einiger Jahre solle es dann vollständig in den Besitz der Japaner übergehen.

Konzernchef Spiesshofer hat den Verkauf immer wieder abgelehnt

Um die Stromnetz-Sparte von ABB gibt es seit längerem Spekulationen. Aktionär Cevian hatte immer wieder eine Abspaltung gefordert. ABB-Chef Ulrich Spiesshofer, der einen solchen Schritt immer wieder abgelehnt hat, hatte im Juli erklärt, das Portfolio sei "nicht in Stein gemeißelt". Dazu:  Jetzt also doch: ABB prüft offenbar eine Aufspaltung >>

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuletzt unter Berufung auf Kreise berichtet, ABB spiele eine Abspaltung der Sparte durch und eine Entscheidung könne bis Jahresende fallen.

Der Handel mit ABB-Aktien an der Schweizer Börse SIX wurde bis 11.50 Uhr ausgesetzt. Zum letzten Kurs von 19,50 Franken lagen die Titel um 11.11 Uhr 2,7 Prozent im Plus. (awp/sda/apa/red)

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