A-Tec-Pleite: Neuer AE&E-Interessent, Deloitte-Gutachten nicht vor Anfang Dezember

Für den schwer angeschlagenen A-Tec-Anlagenbauer AE&E wird es immer enger. Seit heute 9:00 Uhr wird mit einem neuen Interessenten verhandelt, so der Gläubiger-Sprecher Hans-Georg Kantner (KSV1870) am Montag zur APA. Dabei soll es sich um die Vitkovice Machinery Group aus dem tschechischen Ostrava-Vitkovice handeln, berichtet das "WirtschaftsBlatt" am Montag in seiner Online-Ausgabe. Unterdessen stellte der Unternehmensberater Deloitte in einer Aussendung zur behaupteten Frist für die Erstellung des Gutachtens bis 21. November 2010 klar, dass das von den A-Tec-Gläubigern in Auftrag gegebene Gutachten "plangemäß" Anfang Dezember übergeben werde. Über den genauen Zeitpunkt wurde Stillschweigen vereinbart.

Weiters hält Deloitte fest, dass ein Gutachten wie in Medien berichtet über die Werthaltigkeit bzw. den Kaufpreis der AE&E-Gruppe "mit einem angeblichen Wert von 900 Mio. Euro" nicht existiere. Ob die in den Medien genannten 900 Mio. Euro zu hoch oder zu tief gegriffen seien, wollte Deloitte-Österreich-Partner Bernhard Gröhs gegenüber der APA nicht kommentieren.

Rückzug von Mass und Christof Group Die von Raiffeisen gebrachte Mass Financial Corp (MFC) aus Hongkong hat sich bereits zurückgezogen. Auch die Gruppe um den ehemaligen Partner von Mirko Kovats, Ronny Pecik, gemeinsam mit der steirischen Christof-Gruppe hat sich zurückgezogen. Vom südkoreanischen Mischkonzern Doosan gibt es derzeit auch noch keine Entscheidung. Die Geschäftsführung müsse sich schon die Frage stellen, wie lang es verantwortungsvoll sei, mit Interessenten zu verhandeln, meinte Kantner. Beim Gläubigerausschuss am Sonntag habe es keine weiteren Ergebnisse gegeben. Interessent für Montanwerke Brixlegg Erst bei Vorliegen des Deloitt-Gutachtens - Industriemagazin berichtete - werde man wissen, wieviel die A-Tec-Beteiligungen (AE&E, Emco, ATB, Brixlegg) tatsächlich wert sind. Der Bludenzer Metallhändler und Aluminiumproduzent Günter Steinacher bekundete im "trend" (Montagsausgabe) Interesse an den A-Tec-Kupfer-Aktivitäten, die in den Montanwerken Brixlegg gebündelt sind: "Sie würden perfekt zu uns passen und wären binnen eines Jahres in unsere Gruppe integriert". Zerschlagung oder Sanierung? 

Die AE&E brauche jedenfalls kurzfristig 100 Mio. Euro, um operativ weiter arbeiten zu können. Darüber hinaus müssen die bestehenden Verluste im mittleren zweistelligen Millionenbereich abgedeckt werden. Eine Insolvenz der AE&E würde die A-Tec mit weiteren 80 bis 100 Mio. Euro durch Haftungen, die in diesem Fall schlagend werden, belasten. Mögliche AE&E-Interessenten kämmen jedoch deutlich günstiger zum Zug. Eine Sanierung der A-Tec-Gruppe kommt für die Gläubigerschützer jedenfalls nur dann infrage, wenn sie mehr bringt als eine Zerschlagung. Mirko Kovats hat den A-Tec-Gläubigern im Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung die Mindestquote von 30 Prozent angeboten. Derzeit sei noch unklar, woher das Geld kommen soll. "Ich warte auf einen Vorschlag, wie den Gläubigern das Geld gezahlt wird," sagte Kantner. Jeder Tag, der vergeht, mache es schwieriger. (APA/red)

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