Telekommunikation

5G für die Industrie: Campusnetze statt riesiger Infrastruktur

Ab sofort können Industriebetriebe in Deutschland lokale 5G-Frequenzen beantragen. Das Interesse ist groß: Lokale Netze sind viel effektiver und schneller aufgebaut - und machen die Bestrahlung des ganzen Landes überflüssig.

Firmen und Organisationen, die ihre Arbeit mit Hilfe der fünften Mobilfunkgeneration (5G) optimieren wollen, können künftig in Deutschland eigene 5G-Netze auf ihrem Gelände aufbauen. Die für die Nutzung der Frequenzen notwendige Gebührenverordnung wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Ab dieser Woche können Unternehmen und Organisationen die Nutzung lokaler 5G-Frequenzen beantragen.

Die für die 5G-Campusnetze genutzten Frequenzen von 3,7 bis 3,8 GHz wurden nicht bei der 5G-Auktion im Juni für die Mobilfunkanbieter versteigert, sondern im Voraus von der deutschen Bundesnetzagentur reserviert. Die Provider Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica und 1&1 Drillisch hatten insgesamt 6,55 Mrd. Euro gezahlt. Die Frequenzen für 5G-Netzwerke auf dem Werksgelände werden dagegen vergleichsweise preiswert zu nutzen sein.

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"Wir sind uns sicher, dass viele mittelständische Unternehmen auf Basis der lokalen Frequenzen eigene 5G-Campusnetze realisieren werden, um für die digitale Zukunft gerüstet zu sein", erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), Stephan Albers.

Alle deutschen Autobauer wollen eigene 5G-Netze bauen

Im Vorfeld hatten bereits viele Industrieunternehmen Interesse am Aufbau eigener 5G-Netze bekundet, darunter quasi alle deutschen Automobilhersteller, aber auch Dienstleistungsunternehmen wie die Deutsche Messe AG sowie die Lufthansa. Auch Universitäten wie die RWTH Aachen wollen 5G-Campusnetze aufbauen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hatte der Licht- und Sensorikkonzern Osram bereits im Frühjahr den Prototypen eines Campusnetzwerks gezeigt. (dpa/apa/red)

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