Ansichtssache

5 Faktoren, die den Strompreis von morgen bestimmen

Die Energiewende wirbelt die Kosten
für Strom durcheinander. Diese Faktoren bestimmen künftig die Preise.

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1: Der Systemumbau

 

Energiemanager der ganzen Welt starren gerade auf Deutschland wie das Kaninchen auf die Schlange. Abschied vom Atomstrom bis 2022, Umstieg auf 45 Prozent aus Erneuerbaren bis 2025 – kann das gelingen? Gerade einer der größten Industrienationen? Teuer wird es auf jeden Fall. Vor wenigen Tagen hat Berlin die EEG-Umlage für das nächste Jahr wieder erhöht, und zwar von6,17 auf 6,354 Cent je kWh. Das bedeutet Kosten von 23 Milliarden Euro pro Jahr. Die deutschen Endverbraucher zahlen davon am meisten, nämlich 220 Euro pro Haus- halt. 

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1: Der Systemumbau

 

Energiemanager der ganzen Welt starren gerade auf Deutschland wie das Kaninchen auf die Schlange. Abschied vom Atomstrom bis 2022, Umstieg auf 45 Prozent aus Erneuerbaren bis 2025 – kann das gelingen? Gerade einer der größten Industrienationen? Teuer wird es auf jeden Fall. Vor wenigen Tagen hat Berlin die EEG-Umlage für das nächste Jahr wieder erhöht, und zwar von6,17 auf 6,354 Cent je kWh. Das bedeutet Kosten von 23 Milliarden Euro pro Jahr. Die deutschen Endverbraucher zahlen davon am meisten, nämlich 220 Euro pro Haus- halt. 

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2: Das Geschehen an der Börse

 

Für industrielle Verbraucher entscheidend ist der Börsenpreis, und hier zeigt die Kurve weiter nach unten. Großhandelsstrom in Deutschland und Österreich ist heute preiswerter als beim AKW-Weltmeister Frankreich –und inzwischen sogar billiger als in zahlreichen Regionen der USA.

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3: Der Player Industrie

 

Der Strom für Großkunden wird also immer billiger. Doch gleichzeitig gibt es ordentliche Aufschläge. Zwar gelten bei energieintensiven Industrien milliardenschwere Befreiungen – doch das reiche nicht, sagt Ulrich Grillo vom BDI: "Die Kostenbremse bei der Energiewende war Wunschdenken." Unterm Strich: Wer vom billigen Börsenstrom profitiert und sich gleichzeitig von den Abgaben befreien kann, hat gewonnen. Alle anderen müssen die Kosten mittragen.

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4: Der gemeinsame Markt

 

Eine ernste Gefahr wäre eine Aufspaltung der gemeinsamen deutsch-österreichischen Preishandelszone, die im Moment auf Initiative Polens in Brüssel diskutiert wird. Allein im Großhandel würde der Preis in diesem Fall um rund 15 Prozent ansteigen, so Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber – das wäre ein großer Schaden für Österreich. Die
Lösung liegt im Netzausbau, der heute stockt. Hier könnte die jüngste Entscheidung für den Bau von Erdkabeln den Durchbruch bringen.

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5: Die Eventualität des Extrems

 

Während die Abgaben also steigen, geht der Strompreis an der Börse immer weiter nach unten. Dafür sorgen die Erneuerbaren und vor allem die im Überfluss vorhandene spottbillige Kohle. Selbst 20 Euro pro Megawattstunde seien nicht auszuschließen, so Ingo Becker von Kepler Cheuvreux auf der Energiekonferenz Energy2050. Auch Martin Graf von der E-Control spricht von „massiven Verwerfungen“ – ein Absinken auf 20 Euro sei trotzdem sehr unwahrscheinlich. Eines steht fest: Die Zeit der Stromknappheit ist definitiv vorbei.