Infrastruktur

2018: Flughafen Wien knackt in letzter Minute die 27-Millionen-Marke

Am letzten Tag des Jahres gab es für Management und Mitarbeiter des Wiener Flughafens zwei Gründe zu feiern: Silvester und die Marke von 27 Millionen Passagieren.

Am Flughafen Wien gab es vor dem Jahreswechsel noch einen extra Grund zum Feiern: 2018 wurde nicht nur der erwartete Passagierrekord geknackt. Am letzten Tag des Jahres, am 31. Dezember, wurde der 27-millionste Passagier abgefertigt. Im abgelaufenen Jahr sind 27,037 Millionen Passagiere über Wien-Schwechat abgeflogen, angekommen oder umgestiegen.

Das war ein Zuwachs von 10,8 Prozent gegenüber 2017. Zweistellige Wachstumsraten hatte es zumindest in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben. Ein starkes Jahr, sagt Flughafen-Vorstand Julian Jäger. Überproportional stark lief es vor allem auch im Dezember: In dem Monat legten die Passagierzahlen im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel (25,8 Prozent) auf 2,2 Millionen zu.

Mehr Passagierverkehr gab es praktisch auf allen Linien: Sowohl beim Home-Carrier AUA (Austrian Airlines) als auch bei den in Wien immer zahlreicher werdenden Low-Cost-Fluggesellschaften. Auch der Langstreckenverkehr wurde ausgebaut. Im Verkehr nach Ostasien gab es sogar Zuwächse um gut ein Drittel. 2018 wurde der Flughafen Wien von 74 Fluggesellschaften angeflogen. Ab Schwechat waren 205 Flugziele direkt erreichbar, rund zehn mehr als im Jahr davor.

White Paper zum Thema

In Europa meldeten aktuell viele Flughäfen und Airlines Rekordzahlen. Auch der Airport Wien hat vom guten Konjunkturumfeld und vom Tourismus profitiert, und vom zusätzlichen Angebot und neuen Kapazitäten der Airlines. Auch gab es einen gewissen Nachzieheffekt, nachdem es in Jahren davor eher unterdurchschnittliches Wachstum gab. Nach der Air-Berlin-Pleite wurde Wien von Low-Cost-Airlines entdeckt, erklärt man am Flughafen.

"Mit 10,8 Prozent Wachstum im Jahr 2018 sind wir bei jenen, die am stärksten gewachsen sind", sagte Jäger zur APA. Zugenommen haben - bei gleichzeitig immer größeren Maschinen und besserer Auslastung - 2018 auch die Starts und Landungen. Das unterstreiche den langfristigen Bedarf an einer dritten Piste, für deren Baubeginn aktuell auch noch auf ein Verwaltungsgerichtshofsurteil gewartet wird. "Wir rechnen mit einer Inbetriebnahme um 2030. Daran hat sich nichts geändert."

Kapazitätsprobleme gibt es am Flughafen Wien derzeit nicht. Der börsennotierte Airport investiert gerade rund 500 Millionen in Terminalumbauten, womit man auf die Abfertigung von jährlich 35 bis 40 Millionen Passagieren ausgelegt sein will. Langfristprognosen noch aus dem Jahr 2017 sind spätestens seit den letzten Wochen 2018 jedenfalls überholt: Vor knapp zwei Jahren war man davon ausgegangen, erst in zehn Jahren bei rund 29 Millionen Passagieren im Jahr zu landen.

Ein Jahr der Flugausfälle und Verspätungen wie 2018 vor allem im Sommer geschehen soll sich nicht wiederholen, erwarten die Flughafenmanager. Am Standort Wien ist der Airport mit der AUA in einer Arbeitsgruppe, die alle Prozesse, die man unmittelbar selber beeinflussen kann, durchleuchtet, um Engpässe zu vermeiden, insbesondere was Stoßzeiten in den Morgenstunden anlangt.

Zu den Ausblicken zur Verkehrsentwicklung und zum Finanzausblick der börsenotierten Flughafen-Gruppe für 2019 will sich der Flughafen erst am 22. Jänner in einer Pressekonferenz äußern. Laut Jäger ist der vor Jahren formulierte Fokus (Hub, Langstrecke und Low cost) aufgegangen. Wachstum gab es 2018 am Flughafen auch bei den Beschäftigten am Standort: Alle hier vertretenen Unternehmen beschäftigten zuletzt 22.500 Mitarbeiter, rund 2.500 mehr als vor einem Jahr. (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge