2011 bezieht Greiner neues Headquarter in Kremsmünster

Mit ihrer Umstrukturierung bekommt die kunststoffverarbeitende Greiner Group mit Sitz in Kremsmünster ein neues Headquarter. Der Bau wird voraussichtlich 6 Millionen Euro kosten und bis Dezember 2011 fertig sein. Anlässlich des Spatenstichs am Mittwoch gab das Management unter den Vorständen Axel Kühner und Axel Greiner einen Überblick über neue Produkte und einen Ausblick auf die weitere Strategie.

Die Umstrukturierung der Gruppe, die über insgesamt 117 Produktions- und Vertriebsstätten in 28 Ländern verfügt, soll mit Jänner 2011 abgeschlossen sein. Statt früher sechs gibt es dann fünf Sparten: Neben Greiner Packaging (Verpackungen) und Greiner Tool.Tec (Werkzeuge und Maschinen für Profilextrusion) kehrt mit Jahreswechsel auch der Medizintechnik-Spezialist Greiner Bio-One (GBO) wieder in die Holding zurück. Aus Eurofoam und Multifoam wurde mit 1. Juli die Schaumstoff-Sparte Greiner Foam International (GFI). Seit 1. Oktober gibt es die Greiner Technology & Innovation (GTI), eine Beteiligungsgesellschaft, die interessante Märkte außerhalb der bisherigen Geschäftsfelder erschließen soll. Der internationale Focus liegt künftig vor allem auf den BRIC-Staaten - Brasilien, Russland, Indien und China.

Lockruf aus China GTI prüft derzeit in China die Marktchancen. Das Unternehmen verspricht sich vor allem Möglichkeiten in der Zulieferung für die Auto- und Flugzeugproduktion. "Sitzmöbel in der Luftfahrt sind die am stärksten beanspruchten der Welt", so GTI-CEO Hannes Möseneder, gleichzeitig sollen sie möglichst platzsparend und dünn sein. Daher habe man als Nachfolger von Polyurethan-Schäumen ein neuartiges Textilmaterial entwickelt, das nach dem Vorbild einer Hängematte funktioniert. GTI sei auch maßgeblich am Projekt SolPol beteiligt, bei dem neun Universitäten und zehn Unternehmen gemeinsam an der Entwicklung neuer Kunststoffe für Solarpanele forschen. Unterlagen für Kunstrasen Eine Neuentwicklung von Eurofoam sind elastische Unterlagen für Kunstrasen, die Fußballfelder auch in klimatisch wenig begünstigten Regionen ganzjährig bespielbar machen sollen. Potenzielle Märkte seien vor allem Ost- und Nordeuropa, so GFI-Chef Manfred Marchgraber. Der erste Platz wurde bereits in Schweden mit diesem Drainagesystem ausgestattet. GBO vertreibt bereits weltweit den HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und will im kommenden Jahr einen weiteren DNA-Chip für Chlamydien - Bakterien, die häufige Unfruchtbarkeit verursachen - auf den Markt bringen. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Entwicklung von Tests, die direkt beim Arzt durchgeführt werden können. Das neue Forschungszentrum der GBO in Rainbach im Mühlkreis wird voraussichtlich im Oktober eröffnet. Delle ausgestanden

"Wir haben die Delle aus der Wirtschaftskrise 2009 wieder ausgestanden", ist Finanz-Vorstand Axel Greiner erleichtert. In einigen Bereichen entwickle sich die Konjunktur besser als erwartet. "Das merkt man leider auch bereits bei den Rohstoffpreisen." Die Zahl der Mitarbeiter sei gegenüber dem Vorjahr um knapp 240 gestiegen und liege aktuell bei 7.458. Das Investitionsvolumen betrage 2010 rund 95 Mio. Euro, das seien um 11 Mio. mehr als 2009. "Die Umsätze auf sind wieder auf dem Wachstumspfad", berichtete Vorstand Kühner. Sie würden 2010 voraussichtlich 1,132 Mrd. Euro erreichen und damit nicht nur rund 10 Prozent über dem Jahr 2009, sondern auch besser als 2008 liegen. (APA/red)

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