Justiz

15 Jahre Haft für Siemens-Manager in Griechenland

Siemens soll in den 1990er Jahren in Griechenland viel Geld gezahlt haben, um einen Großauftrag zu erhalten. Ein Gericht hat zwei griechische Manager nun zu hohen Strafen verurteilt. Beide haben Griechenland schon vor langer Zeit verlassen.

Elektroindustrie Telekommunikation Siemens Griechenland Justiz

Im Prozess rund um eine Korruptionsaffäre des deutschen Industriekonzerns Siemens in Griechenland hat ein Berufungsgericht die Hauptverantwortlichen zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Unter den Verurteilten sind der frühere Griechenland-Chef von Siemens, Michalis Christoforakos, der 2009 nach Deutschland floh, und sein Stellvertreter Christos Karavellas, der ebenfalls das Land verlassen hat, sowie weitere Ex-Verantwortliche des Unternehmens.

Die Vorwürfe

Siemens soll 1997 etwa 70 Millionen Euro Schmiergelder an die griechische Telekommunikationsgesellschaft OTE gezahlt haben, um einen Großauftrag zu erhalten. Die ersten Ermittlungen begannen vor mehr als zehn Jahren, mittlerweile sind zehn der ursprünglich 64 Verdächtigen verstorben.

Angeklagt wegen Korruption und Geldwäsche wurden 54 Menschen - unter ihnen zwölf damalige Angestellte und Manager von Siemens. Gegen die meisten musste die Anklage wegen Verjährung fallengelassen werden. Ein Parlamentsausschuss hatte 2011 festgestellt, dass überhöhte Preise in den Verträgen den griechischen Staat mindestens zwei Milliarden Euro kosteten. (afp/apa/red)

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