Talk-Abbau 24.07.2015 10:55

Der Streit um die slowakische Milliarden-Mine

Die US-Firma Eurogas klagt die Slowakei auf hunderte Millionen Schadenersatz im Streit um die Lizenz-Vergabe bei der größten Talk-Mine Europas. Eurotalc, zur heimischen Schmid Holding gehörend, ist davon ebenfalls betroffen - sie hat die Lizenzen zum Abbau des begehrten Rohstoffes.

Bild: Eurotalc

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Der Streit zwischen der mittlerweile insolventen Firma Rozmin, einer Tochtergesellschaft von Eurogas, und der Slowakei schwelt schon seit mittlerweile über einem Jahrzehnt. Mittendrin steckt Eurotalc, die Tochterfirma der heimischen Schmid Holding, die die Abbaurechte an der begehrten Talk-Mine Gemerská Poloma im Osten der Slowakei hält. Zu unrecht hält, wie Wolfgang Rauball, Vorstandschef der amerikanischen Minengesellschaft Eurogas, immer wieder wettert. Denn ursprünglich besaß Rozmin die Lizenzen zum Abbau des Talkvorkommens, diese wurden dem Unternehmen allerdings von der Slowakei entzogen. Das Argument: Rozmin hat keinen Talk abgebaut. Nach slowakischem Recht werden demnach die Abbaurechte neu ausgeschrieben."Diese Ausschreibung hat ein mit uns befreundeter Unternehmer - Doktor Engel mit seiner VSK Mining - erhalten, und begonnen, dort zu arbeiten. Das Vorkommen wurde gemeinsam mit uns aufgeschlossen", erklärt Robert Schmid, Chef der Schmid Industrieholding, auf Anfrage des INDUSTRIEMAGAZIN. 

 

Neue Erkenntnisse

 

Nach Informationen von Eurogas habe nun der Chef der Bergbaubehörde in Spisska Nova Ves, Antonin Baffi, auf amtliche Anforderung der Eurogas-Anwälte bestätigt, dass VSK Mining nicht an dem Vergabeverfahren 2005 teilgenommen habe - trotzdem wurde die Lizenz vonseiten der genannten Bergbaubehörde an das Unternehmen übergeben. Eurogas hat darüber hinaus schon lange behauptet, dass bei der Vergabe vieles nicht mit rechten Dingen zugegangen sei: So habe etwa eine "Mini-Buchhaltungsfirma" der Ehefrau des ehemaligen Rozmin-Gesellschafters Peter Corej namens Economy Agency den Zuschlag zur Mine erhalten - laut Informationen noch vor Vychoslovenske kamenolomy, einer Schwester der VSK Mining, und einem großen Talkproduzenten, Mondo Minerals. 

 

Widerrechtliche Enteignung?

 

Überhaupt sei die "Enteignung" der Lizenz von Rozmin vonseiten der Slowakei nicht mit rechten Dingen zugegangen, man habe das Bergwerk sehr wohl erschlossen. Der Konzern hat deshalb geklagt und nach eigenen Angaben zweimal, 2008 und 2011, vor dem obersten Gerichtshof der Slowakei Recht bekommen: Demnach sei die Enteignung von Rozmin/Eurogas widerrechtlich erfolgt. Das Bergbauamt sieht das anders, wirft Eurogas vor, die Mine jahrelang nicht erschlossen zu haben und ignoriert den Richterspruch. Martin Beier, der im Gespräch mit dem INDUSTRIEMAGAZIN Eurogas-Chef Wolfgang Rauball vertritt, erklärt dazu: "Der Chef des Oberbergamts der Slowakei, Peter Kukelcik, hat fast ein Jahr, nachdem der oberste Gerichtshof zum zweiten Mal anders entschieden hatte, die Abbaulizenz ausdrücklich für die Schmid Industrieholding bestätigt. Der Einspruch von EuroGas/Rozmin gegen den Entscheid des Oberbergamts wurde (natürlich) abgewiesen. Innerhalb von drei Jahren  kann der Unterlegene eine Petition beim Wirtschaftsminister einreichen. Das ist gerade geschehen."

 

Robert Schmid beunruhigt das keineswegs: "Wir haben bei der VSK Mining die Mehrheit übernommen und dürfen deshalb auch in der Mine Talk abbauen. Wir haben millionenfach geprüft ob das in Ordnung ist - wir sind ja nicht wahnsinnig und wollen hier in Schwierigkeiten kommen. Dieses Projekt ist sauber. Eurotalc hat rechtsgültige Bescheide, die auch mehrmals und wiederholt von Anwälten und den Behörden bestätigt wurden." Eurogas bringe nun über "abstruse Internet-Kommunikation" und Aufrufe an Medien wie das INDUSTRIEMAGAZIN Unruhe und versuche, sich Geld herauszuholen, so Schmid.

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